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Innovation ROQ Analyse

Warum Europas Innovatoren gehen… die Idee entsteht hier, skaliert wird woanders

Bestätigte Informationen

Was ist passiert?

Am 3. September 2026 veröffentlichte das Joint Research Centre der Europäischen Kommission eine neue Untersuchung zur internationalen Migration europäischer Start-ups.

Untersucht wurden Unternehmen aus 25 europäischen Ländern, die zwischen 2000 und 2021 gegründet wurden. Ihre Standortentwicklung wurde bis 2025 verfolgt.

Das zentrale Ergebnis:

Etwa 3 Prozent der VC-finanzierten europäischen Start-ups verlagerten ihren Hauptsitz ins Ausland.

Bei vergleichbaren Unternehmen ohne Venture Capital waren es nur ungefähr 0,3 Prozent.

Die USA sind dabei das wichtigste Ziel.

Eine weitere JRC-Auswertung nennt für europäische VC-finanzierte Start-ups je nach Abgrenzung Größenordnungen von ungefähr 3,3 bis 4,3 Prozent.

Und ein Detail ist besonders wichtig:

97 Prozent der Unternehmen, die ihren Standort verlagerten, verließen ihre Heimat nicht vollständig.

Sie behielten dort weiterhin Aktivitäten.

Das klassische Bild vom Unternehmer, der seine europäischen Büros schließt, alle Mitarbeiter in ein Flugzeug setzt und komplett nach Kalifornien verschwindet, ist also meistens falsch.

Die Realität ist subtiler.

Eine Holding wandert. Das Management wird internationalisiert. Der Vertrieb wird in den USA aufgebaut. Kapital wird dort aufgenommen.

Vielleicht werden auch geistiges Eigentum oder bestimmte Unternehmensfunktionen unter eine amerikanische Muttergesellschaft gestellt.

Forschung und Entwicklung bleiben dagegen häufig weiterhin in Europa.

Genau diese Form der Teilabwanderung ist wirtschaftlich hochinteressant.

Die Forschung bleibt... die Unternehmenszentrale wandert

Eine gemeinsame Untersuchung der Europäischen Investitionsbank und der EU-Kommission hat Anfang 2026 Gründer und Führungskräfte innovativer Unternehmen direkt nach ihren Motiven gefragt.

Über Branchen hinweg tauchten immer wieder dieselben Gründe auf:

besserer Zugang zu Venture Capital, größere und einheitlichere Märkte, einfachere regulatorische Bedingungen un besser verfügbarer erfahrener Vertriebs- und Kommerzialisierungssachverstand.

Auch diese Untersuchung zeigt:

Die meisten Unternehmen ziehen nicht vollständig weg.

Häufig werden Holding, Management oder Vertrieb ins Ausland verschoben, während Forschung und Engineering weiterhin in Europa stattfinden.

Das erzeugt ein bemerkenswertes Muster:

Europa kann weiterhin der Ort sein, an dem Technologie entsteht... aber ein anderer Wirtschaftsraum wird zum Ort, an dem daraus das globale Unternehmen gebaut wird.

Der Kapitalunterschied ist gewaltig

Einer der wichtigsten Gründe dafür ist Kapital.

Nach Angaben der Europäischen Zentralbank liegt das Volumen des europäischen Venture-Capital-Marktes weiterhin unter 200 Milliarden Euro.

In den Vereinigten Staaten liegt es bei ungefähr einer Billion Euro.

Europäische Scale-ups nehmen nach zehn Jahren Unternehmensentwicklung im Durchschnitt außerdem etwa 50 Prozent weniger Kapital auf als vergleichbare Unternehmen im Silicon Valley.

Der Unterschied entsteht besonders in späteren Wachstumsphasen.

Europa kann eine Idee durchaus finanzieren.

Eine erste Seed-Runde ebenfalls.

Vielleicht auch Series A und B., aber irgendwann benötigt ein Deep-Tech-Unternehmen plötzlich:

100 Millionen, 300 Millionen, vielleicht eine Milliarde, für Fabriken, Rechenzentren, klinische Studien, internationalen Vertrieb, neue Märkte, Übernahmen.

Genau dort wird der Kapitalmarkt entscheidend.

Eine EU-Analyse kam für 2024 zu dem Ergebnis, dass auf die Europäische Union ungefähr 10 Prozent des weltweiten Venture-Capital-Investitionsvolumens entfielen.

Auf die Vereinigten Staaten entfiel dagegen mehr als die Hälfte.

Das Problem lautet deshalb nicht:

Europa besitzt überhaupt kein Kapital.

Das Problem lautet:

Europa besitzt zu wenig tiefes, großes und grenzüberschreitend verfügbares Wachstumskapital.

Manchmal verlangt sogar der Investor den Umzug

Noch direkter wird es bei amerikanischen Investoren.

Die EIB-Untersuchung zeigt, dass US-Investoren teilweise erwarten oder verlangen, dass ein finanziertes Unternehmen seinen Unternehmenssitz in die Vereinigten Staaten verlegt.

Besonders häufig taucht dabei ein Ort auf:

Delaware.

Die dortige Unternehmensstruktur ist Investoren vertraut, standardisiert und seit Jahrzehnten Teil des amerikanischen Venture-Capital-Ökosystems.

Damit entsteht eine einfache wirtschaftliche Logik.

Ein europäischer Gründer benötigt 100 Millionen Euro.

Der Investor sagt:

Wir investieren, aber eure Holding kommt in die USA.

Und plötzlich ist die Frage nicht mehr:

„Will ich Europa verlassen?“

Sondern:

„Will ich meine Finanzierungsrunde bekommen?“

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ROQ Einordnung – Warum ist diese Nachricht wichtig?

Und genau hier müssen wir die europäische Innovationsdebatte drehen.

Wir fragen ständig:

Sind wir innovativ genug?

Vielleicht ist diese Frage zu unpräzise.

Die Patentdaten sprechen jedenfalls nicht dafür, dass Europa aufgehört hätte zu erfinden.

2025 gingen beim Europäischen Patentamt erstmals mehr als 200.000 Patentanmeldungen ein.

Europäische Akteure führten laut EPO in acht der zehn größten Technologiefelder.

26 Prozent der europäischen Anmeldungen kamen von Einzelpersonen oder kleinen und mittleren Unternehmen, weitere sieben Prozent von Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen.

Europa hat also durchaus Innovationssubstanz.

Das eigentliche Problem beginnt danach.

Von der Erfindung zum Unternehmen

Eine Innovation benötigt zunächst Wissen. Dann Kapital. Dann ein Produkt. Dann Kunden. Dann Vertrieb. Dann internationale Expansion. Dann noch mehr Kapital. Dann möglicherweise einen Börsengang oder andere Exit-Möglichkeiten.

Und genau entlang dieser Strecke verändert sich Europas Position.

Europa ist stark darin, Wissen hervorzubringen.

Es ist wesentlich schwächer darin, aus jedem vielversprechenden Unternehmen einen globalen Champion werden zu lassen.

Die OECD kam im August 2026 bei einem Vergleich innovativer Start-ups in Europa und den USA ebenfalls zu dem Schluss, dass Unterschiede beim späteren Skalierungserfolg weniger an mangelnder Erfindungsfähigkeit liegen.

Entscheidend sind unter anderem:

Kommerzialisierung, Tiefe der Wachstumsfinanzierung, Managementkompetenzen, Marktexpansion und das jeweilige Startup-Ökosystem.

Das ist eine fundamentale Erkenntnis.

Europa hat möglicherweise weniger ein Innovationsproblem als ein Übersetzungsproblem.

Aus Wissen muss Wirtschaft werden.

Und hier kommt das Mindset ins Spiel

Strukturen sind entscheidend, aber sie erklären nicht alles.

Ein Startup-Ökosystem besteht nicht nur aus Gesetzen und Fonds.

Es besteht auch aus Erwartungen.

Wie groß darf jemand denken?

Wie wird Scheitern bewertet?

Wie schnell werden Entscheidungen getroffen?

Wie selbstverständlich werden Unternehmen international gedacht?

Wie bereitwillig finanziert man Projekte, deren Ergebnis noch unsicher ist?

Und wie reagiert eine Gesellschaft auf jemanden, der sagt:

„Ich möchte nicht ein Unternehmen mit zehn Mitarbeitern bauen. Ich möchte einen neuen globalen Markt schaffen.“

In einem innovationsorientierten Umfeld klingt das ambitioniert.

In einem risikoscheuen Umfeld schnell unrealistisch.

Genau hier entsteht ein kultureller Unterschied.

Europa fragt häufig zuerst:

Kann das schiefgehen?

Innovatoren müssen gleichzeitig fragen:

Was passiert, wenn es funktioniert?

Beide Fragen sind notwendig, aber wenn die erste Frage die zweite permanent verhindert, entsteht kein Innovationssystem.

Es entsteht ein Absicherungssystem.

Auswirkungen auf Unternehmen, Arbeitnehmer und Kommunen

Für Unternehmen: Kapital folgt Skalierbarkeit

Für europäische Start-ups entsteht ein Dilemma.

Das Unternehmen kann technologisch europäisch bleiben und wirtschaftlich international werden.

Das ist zunächst nicht schlecht.

Ein globales Unternehmen muss schließlich globale Märkte bedienen.

Problematisch wird es jedoch, wenn der Schritt zum Weltmarkt praktisch voraussetzt, dass wesentliche Unternehmensfunktionen Europa verlassen, denn mit dem Hauptsitz wandern möglicherweise langfristig auch:

strategische Entscheidungen, Kapitalmärkte, Management, Steuerbasis, Eigentumsstrukturen, Patente und zukünftige Investitionen.

Europa könnte dann die frühen Entwicklungskosten tragen, während ein anderer Wirtschaftsraum einen größeren Teil des späteren Unternehmenswertes vereinnahmt.

Für Unternehmen lautet die entscheidende Frage deshalb nicht:

Europa oder USA?

Sondern:

Kann ich von Europa aus genauso kompromisslos global skalieren?

Genau diese Möglichkeit muss Europa schaffen.

Für Arbeitnehmer: die besten Arbeitsplätze entstehen häufig rund um die Zentrale

Dass Forschungsteams nach einer Verlagerung häufig in Europa bleiben, ist zunächst positiv.

Die neue JRC-Studie zeigt sogar, dass viele verlagerte Unternehmen in ihrem Heimatland weiter Mitarbeiter einstellen. In einigen Fällen arbeiten selbst CEOs weiterhin von dort.

Das bedeutet:

Unternehmensmigration ist nicht automatisch Arbeitsplatzverlust.

Teilweise kann die internationale Expansion sogar das europäische Geschäft stärken, aber langfristig bleibt eine strategische Frage.

Wo sitzt die Unternehmenszentrale?

Wo entsteht das nächste Managementteam?

Wo sitzen Vertrieb und Strategie?

Wo werden Führungskräfte ausgebildet?

Wo entsteht das Netzwerk ehemaliger Mitarbeiter, die später selbst Unternehmen gründen?

Innovationsökosysteme reproduzieren sich.

Ein erfolgreicher Gründer finanziert später andere Gründer.

Ein ehemaliger Scale-up-Manager gründet ein neues Unternehmen.

Ein Entwickler wird CTO eines Start-ups.

Ein Verkäufer bringt internationales Skalierungswissen zum nächsten Unternehmen.

Wenn wesentliche Teile dieses Kreislaufs außerhalb Europas stattfinden, verliert Europa möglicherweise nicht sofort Arbeitsplätze.

Es verliert etwas langfristig Wertvolleres:

Erfahrung darin, globale Technologieunternehmen zu bauen.

Für Kommunen und Regionen: ein Gründerzentrum reicht nicht

Auch regionale Wirtschaftspolitik muss daraus lernen.

Ein Startup-Zentrum eröffnen, Schreibtische bereitstellen, ein paar Veranstaltungen veranstalten.

Das reicht nicht.

Die entscheidende Frage beginnt erst einige Jahre später:

Was passiert, wenn eines dieser Unternehmen plötzlich 50 Millionen Euro Wachstumskapital benötigt?

Kann es in der Region bleiben?

Findet es Mitarbeiter?

Testkunden?

Industriepartner?

Internationale Kontakte?

Investoren?

Flächen?

Digitale Infrastruktur?

Kann eine Kommune Genehmigungen schnell ermöglichen?

Gibt es Hochschulen und Forschungspartner?

Kann aus fünf Mitarbeitern ein Unternehmen mit 500 werden?

Regionale Innovationspolitik darf deshalb nicht nur Gründungspolitik sein.

Sie muss Scale-up-Politik werden, denn der größte Erfolg eines Gründerzentrums besteht nicht darin, dass 100 Firmen darin gegründet wurden.

Er besteht darin, wenn irgendwann eines davon so groß wird, dass ein neues Wirtschaftscluster darum entsteht.

Neutrale Einordnung

Chancen & Risiken

Potenziale und mögliche Zielkonflikte werden bewusst nebeneinandergestellt.

Chancen

Die Geschichte ist keineswegs verloren.

Ein wichtiger Gegenpunkt kommt vom European Innovation Council.

Bei EIC-geförderten Deep-Tech-Unternehmen lag die berichtete Verlagerungsquote zuletzt bei lediglich etwa einem Prozent.

EIC-Unternehmen haben zugleich insgesamt 15,5 Milliarden Euro Kapital aufgenommen; zwölf Finanzierungsrunden lagen über 100 Millionen Euro.

Das zeigt:

Europa kann innovative Unternehmen halten, wenn Finanzierung, Netzwerke und Skalierungsmöglichkeiten vorhanden sind.

Das Problem ist also nicht naturgegeben.

Europäische Gründer besitzen nicht irgendeinen genetischen Drang, nach Kalifornien auszuwandern.

Unternehmen reagieren auf wirtschaftliche Bedingungen, wenn Europa bessere Bedingungen schafft, können sie bleiben.

Das macht die politische Debatte wesentlich konkreter.

Wir brauchen:

größere europäische VC-Fonds, mehr institutionelles Kapital, einen tieferen Kapitalmarkt, einen tatsächlich funktionierenden Binnenmarkt, einfachere Unternehmensstrukturen, schnellere Genehmigungen, bessere Exit-Möglichkeiten, erfahrene internationale Vertriebskräfte und eine stärkere Scale-up-Kultur.

Risiken

Es wäre trotzdem falsch, jeden Unternehmensumzug verhindern zu wollen.

Ein europäisches Unternehmen, das in die USA expandiert, macht genau das, was ein globales Unternehmen tun sollte:

Es geht zu seinen Kunden. Zu Kapital. Zu Talenten. Zu Märkten.

Internationale Expansion ist kein wirtschaftliches Versagen Europas.

Im Gegenteil.

Problematisch wird es erst, wenn Unternehmen sagen:

„Wir müssen unseren Heimatmarkt organisatorisch verlassen, weil wir hier nicht groß genug werden können.“

Das ist der Unterschied.

Europa braucht keine Mauer um seine Start-ups.

Es braucht ein Ökosystem, in dem ein Unternehmen gleichzeitig:

europäisch gegründet, international finanziert, weltweit verkauft und trotzdem in Europa headquartered sein kann.

Perspektivenwechsel

Hier entsteht ein interessanter Perspektivenwechsel.

Vielleicht lautet das Problem gar nicht:

„Europa verliert seine Innovation.“

Denn Forschung bleibt häufig hier. Ingenieure bleiben hier. Entwickler bleiben hier. Labore bleiben hier.

Was sich verschiebt, ist etwas anderes:

die wirtschaftliche Architektur rund um die Innovation.

Holding. Kapital. Vertrieb. Management. Eigentum. Börsengang.

Das ist subtiler als klassischer Brain Drain und möglicherweise gefährlicher, denn Europa könnte irgendwann hervorragende Technologien entwickeln und trotzdem feststellen:

Die größten Unternehmen, die damit entstanden sind, gehören wirtschaftlich zu einem anderen Ökosystem.

Dann wäre Europa Forschungsstandort, aber nicht zwingend Unternehmensstandort.

Was wir wissen

Eine JRC-Studie vom September 2026 findet bei europäischen VC-finanzierten Start-ups eine internationale Hauptsitzverlagerung von ungefähr 3 Prozent; bei vergleichbaren Unternehmen ohne VC-Finanzierung beträgt die Größenordnung rund 0,3 Prozent. Die USA sind das wichtigste Ziel.

Die überwältigende Mehrheit der verlagernden Unternehmen zieht allerdings nicht vollständig um. Andere JRC-Auswertungen kommen darauf, dass rund 97 Prozent weiterhin Aktivitäten in ihrem Herkunftsland behalten.

EIB und EU-Kommission identifizieren insbesondere Zugang zu Venture Capital, große einheitliche Märkte, regulatorische Bedingungen sowie erfahrene Vertriebs- und Managementtalente als zentrale Gründe für Standortentscheidungen.

Der europäische VC-Markt ist weiterhin deutlich kleiner als der amerikanische. Die EZB nennt weniger als 200 Milliarden Euro für Europa gegenüber ungefähr einer Billion Euro in den Vereinigten Staaten.

Gleichzeitig zeigen EIC-Daten, dass erfolgreiche europäische Deep-Tech-Ökosysteme Unternehmen durchaus halten können. Bei EIC-geförderten Unternehmen liegt die berichtete Verlagerungsquote bei rund einem Prozent.

Was noch unklar ist

Eine Hauptsitzverlagerung bedeutet nicht automatisch, dass Europa wirtschaftlich verliert.

Die aktuelle JRC-Forschung findet sogar Hinweise darauf, dass in die USA verlagerte Start-ups anschließend mehr Venture Capital aufnehmen und dass die in ihren Heimatländern verbleibenden Aktivitäten bei Umsatz und Arbeitsproduktivität profitieren können.

Das bedeutet:

Die wirtschaftlichen Effekte sind komplexer als „Unternehmen weg = alles verloren“.

Offen bleibt außerdem, wie stark neue europäische Maßnahmen wirken werden.

Mit der Startup- und Scaleup-Strategie, neuen Scale-up-Fonds und dem European Innovation Act versucht die EU inzwischen genau jene Lücken zu schließen, die Unternehmen bisher zu Standortverlagerungen bewegen.

Ob das genügt, werden die kommenden Jahre zeigen.

Was als Nächstes wichtig wird

Wir sollten deshalb weniger auf die reine Zahl europäischer Start-ups schauen.

Interessanter werden andere Kennzahlen:

Wie viele europäische Start-ups erreichen Finanzierungsrunden über 100 Millionen Euro?

Wie viele werden zu globalen Marktführern?

Wo befindet sich ihr Hauptsitz zehn Jahre nach der Gründung?

Wo liegt ihr geistiges Eigentum?

Wo findet der Börsengang statt?

Wo sitzt das Management?

Wo entstehen aus erfolgreichen Scale-ups neue Gründer?

Und vor allem:

Wie viele Unternehmen können von Europa aus global skalieren, ohne Europa verlassen zu müssen?

Das wäre vielleicht die wichtigste Kennzahl einer europäischen Innovationspolitik.

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Einordnung von ROQ News

Europa besitzt Ideen. Europa besitzt Forschung. Europa besitzt Ingenieure. Europa besitzt Unternehmer.

Das eigentliche Problem beginnt häufig nicht dort, wo etwas erfunden wird.

Es beginnt dort, wo etwas groß werden soll.

Und vielleicht erklärt genau das einen Teil des amerikanischen Innovationsvorsprungs.

Silicon Valley ist nicht nur eine Ansammlung brillanter Menschen.

Es ist eine Maschine, die Unternehmen skalieren kann.

Kapital trifft auf Erfahrung.

Erfahrung trifft auf Gründer.

Gründer treffen auf große Märkte.

Erfolgreiche Unternehmer finanzieren die nächste Generation.

Mitarbeiter eines Scale-ups gründen das nächste.

Das System verstärkt sich selbst.

Europa muss deshalb nicht versuchen, Amerika zu kopieren, aber Europa muss verstehen, welcher Mechanismus dort funktioniert.

Es reicht nicht, eine Innovation hervorzubringen.

Man muss ihr ermöglichen, groß zu werden, denn wirtschaftlich entscheidet am Ende nicht allein, wo eine Idee geboren wurde.

Entscheidend ist:

Wo aus dieser Idee das Unternehmen entsteht, das den neuen Markt beherrscht.

Und solange europäische Gründer für diesen zweiten Schritt regelmäßig über den Atlantik schauen, ist Europas Innovationsarbeit noch nicht abgeschlossen.

Autor

Michael Langner

Gründer & CEO von Cast Royal
Verantwortliche Redaktion

Michael Langner

Gründer & CEO von Cast Royal

Quellen

  1. Sonstige · veröffentlicht 03.09.2026 · abgerufen 15.09.2026
  2. Sonstige · veröffentlicht 12.01.2026 · abgerufen 15.09.2026
  3. Sonstige · veröffentlicht 12.01.2026 · abgerufen 15.09.2026
  4. Europe and monetary sovereignty – Europäische Zentralbank
    Sonstige · veröffentlicht 12.02.2026 · abgerufen 15.09.2026
  5. Sonstige · veröffentlicht 12.11.2025 · abgerufen 15.09.2026
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Redaktionell geprüft Stand: 15.09.2026
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