Was ist passiert?
Die Gründungszahlen zeigen einen deutlichen Unterschied zwischen Ost und West
Der Global Entrepreneurship Monitor untersucht regelmäßig das Gründungsgeschehen in Deutschland.
Eine Sonderauswertung aus dem Jahr 2025 betrachtete die durchschnittlichen Gründungsquoten der Bundesländer im Zeitraum von 2020 bis 2024.
Das Ergebnis:
Westdeutschland erreichte eine durchschnittliche Gründungsquote von 7,8 Prozent.
Die fünf ostdeutschen Flächenländer erreichten 5,6 Prozent.
Berlin lag mit 13,2 Prozent deutlich darüber.
Besonders bemerkenswert ist der Vergleich der einzelnen Bundesländer.
| Bundesland | Durchschnittliche Gründungsquote 2020–2024 |
|---|---|
| Brandenburg | 6,4 % |
| Sachsen | 5,8 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 5,8 % |
| Thüringen | 4,9 % |
| Sachsen-Anhalt | 4,6 % |
Alle fünf ostdeutschen Flächenländer befanden sich damit unter den sechs Bundesländern mit den niedrigsten Gründungsquoten Deutschlands.
Die Gründungsquote beschreibt den Anteil der 18- bis 64-Jährigen, die sich in einer frühen Phase unternehmerischer Tätigkeit befinden.
Es handelt sich also nicht einfach um die Anzahl neu angemeldeter Gewerbe.
Die Zahlen zeigen: In den neuen Bundesländern wird anteilig deutlich seltener unternehmerische Tätigkeit aufgenommen.
Und das ist wirtschaftlich relevant, denn neue Unternehmen schaffen zusätzliche Angebote.
Sie können neue Arbeitsplätze entwickeln.
Sie bringen Wettbewerb in bestehende Märkte und sie können aus regionalem Wissen neue wirtschaftliche Wertschöpfung erzeugen.
Eine Region, in der vergleichsweise wenige Menschen unternehmerisch aktiv werden, besitzt deshalb eine wichtige wirtschaftliche Herausforderung.
Das ifo Institut sprach bereits 2019 von zu wenig unternehmerischer Initiative
Bereits 2019 veröffentlichte der Wirtschaftsforscher Joachim Ragnitz vom ifo Institut einen Beitrag mit einem bemerkenswert deutlichen Titel:
„Zu wenig unternehmerische Initiative: Gründungen und Gründerneigung in Ostdeutschland“
Darin untersuchte er die vergleichsweise niedrige Selbstständigenquote und Gründungsaktivität in den neuen Bundesländern.
Ein wesentlicher Punkt seiner Analyse war die schwache Wachstumsdynamik vieler kleiner Unternehmen, denn Ostdeutschland besitzt im Vergleich zu Westdeutschland weniger große, eigenständige Unternehmen.
Damit kommt kleineren Unternehmen eine besondere Bedeutung zu.
Sie müssten wachsen, neue Märkte erschließen, investieren und langfristig zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, doch genau diese Dynamik war nach der damaligen Analyse vielerorts nicht ausreichend ausgeprägt.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Eine Region benötigt nicht nur Menschen, die Unternehmen gründen. Sie benötigt auch Unternehmer, die ihre Betriebe langfristig weiterentwickeln möchten.
Auch die Einstellungen zur Marktwirtschaft unterscheiden sich
Besonders interessant ist ein weiterer Teil der ifo-Analyse.
Ragnitz untersuchte ältere Ergebnisse der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften, kurz ALLBUS.
Die Daten aus dem Jahr 2016 zeigten deutliche Unterschiede bei wirtschaftspolitischen Einstellungen.
So befürworteten staatliche Preiskontrollen:
33 Prozent der Befragten in Ostdeutschland.
In Westdeutschland waren es 18 Prozent.
Eine staatliche Bereitstellung von Arbeitsplätzen befürworteten:
35 Prozent in Ostdeutschland.
In Westdeutschland waren es 21 Prozent.
Auch eine stärkere staatliche Angleichung der Einkommen erhielt in Ostdeutschland häufiger Zustimmung.
46 Prozent der ostdeutschen Befragten befürworteten entsprechende Maßnahmen.
In Westdeutschland waren es 29 Prozent.
Diese Ergebnisse sind inzwischen zehn Jahre alt.
Sie dürfen deshalb nicht als aktuelle repräsentative Messung für 2026 ausgegeben werden, doch sie zeigen, dass sich wirtschaftspolitische Vorstellungen zwischen Ost und West zumindest zum damaligen Zeitpunkt deutlich unterschieden.
Und genau hier beginnt die Mentalitätsfrage
Was erwarten Menschen eigentlich von einer Wirtschaft?
Soll der Staat möglichst viele wirtschaftliche Ergebnisse absichern?
Soll er Preise stärker kontrollieren?
Soll er Arbeitsplätze bereitstellen?
Oder soll wirtschaftliche Entwicklung vor allem durch Unternehmen, Wettbewerb und private Initiative entstehen?
Natürlich sind diese Fragen keine einfachen Gegensätze.
Deutschland besitzt eine soziale Marktwirtschaft.
Sie verbindet Wettbewerb mit staatlichen Regeln und sozialer Absicherung, doch die Gewichtung zwischen staatlicher Verantwortung und individueller wirtschaftlicher Freiheit kann sich unterscheiden.
Und diese Unterschiede können beeinflussen, wie Menschen wirtschaftliche Entscheidungen beurteilen.
Die wirtschaftliche Mentalität ist deshalb kein Nebenthema. Sie gehört zu den Faktoren, die wir bei regionaler Wirtschaftsentwicklung untersuchen müssen.
Die DDR-Vergangenheit hat wirtschaftliche Vorstellungen geprägt
Vier Jahrzehnte DDR bedeuteten auch vier Jahrzehnte einer grundlegend anderen Wirtschaftsordnung.
Die DDR war keine freie Marktwirtschaft.
Große Teile der Produktion wurden staatlich geplant.
Unternehmen konnten nicht frei über sämtliche Investitionen, Preise und Produktionsmengen entscheiden.
Private unternehmerische Tätigkeit war eingeschränkt.
Der Staat besaß eine zentrale Rolle bei Beschäftigung und wirtschaftlicher Organisation.
Das hatte Folgen für die wirtschaftlichen Erfahrungen der Bevölkerung.
In einer zentral geplanten Wirtschaft werden andere Fähigkeiten und Erwartungen gefördert als in einer wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft.
Wer über Jahrzehnte erlebt, dass der Staat wirtschaftliche Entscheidungen trifft, kann andere Vorstellungen über wirtschaftliche Verantwortung entwickeln als jemand, der in einem Umfeld selbstständiger Unternehmer aufwächst.
Allerdings dürfen wir daraus keine automatische Schlussfolgerung über heutige Menschen ziehen, denn wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die DDR-Vergangenheit nicht sämtliche heutigen Unterschiede erklärt.
Eine Studie von Michael Fritsch, Maria Greve und Michael Wyrwich kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass die unternehmerfeindliche Politik der DDR keine dauerhaft negative Wirkung auf das heutige Niveau der Selbstständigkeit hinterlassen hat. Meine Erfahrungen spiegeln aber etwas anderes wieder.
Die wirtschaftliche Transformation nach 1990 spielte dagegen eine wesentliche Rolle.
Das ist eine wichtige Einschränkung.
Die Geschichte kann Einstellungen prägen. Aber sie bestimmt nicht unveränderlich, wie Menschen heute wirtschaftlich handeln.
ROQ Einordnung – Warum ist diese Nachricht wichtig?
Eine freie Marktwirtschaft funktioniert nicht allein durch ihre Gesetze
Deutschland besitzt eine soziale Marktwirtschaft.
Menschen dürfen Unternehmen gründen.
Sie dürfen Produkte entwickeln.
Sie dürfen Dienstleistungen anbieten.
Sie dürfen wirtschaftliche Risiken eingehen, doch eine rechtlich mögliche Unternehmensgründung führt nicht automatisch dazu, dass Menschen tatsächlich gründen.
Dafür benötigt es mehr.
Wirtschaftliches Wissen, unternehmerische Vorbilder, Zugang zu Kapital, geeignete Kundenmärkte und die Bereitschaft, Verantwortung für wirtschaftliche Entscheidungen zu übernehmen.
Eine freie Wirtschaft benötigt deshalb nicht nur wirtschaftliche Freiheit. Sie benötigt auch eine Kultur, in der Menschen diese Freiheit nutzen möchten.
Genau darin liegt die zentrale Frage dieses Artikels, denn eine Region kann moderne Infrastruktur besitzen.
Sie kann Fördermittel erhalten.
Sie kann Gewerbegebiete ausweisen und sie kann Unternehmensgründungen politisch unterstützen, doch wenn vergleichsweise wenige Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, bleibt ein Teil des wirtschaftlichen Potenzials ungenutzt.
Was bedeutet eigentlich unternehmerische Mentalität?
Unternehmerische Mentalität bedeutet nicht, dass jeder Mensch reich werden möchte.
Sie bedeutet auch nicht, dass jeder Arbeitnehmer selbstständig werden sollte.
Es geht vielmehr um bestimmte Denk- und Handlungsmuster.
Ein Problem erkennen, eine wirtschaftliche Möglichkeit entdecken, Verantwortung übernehmen, ein Risiko abwägen, eine Entscheidung treffen, Fehler analysieren und eine Lösung so weiterentwickeln, dass daraus ein wirtschaftlicher Nutzen entsteht.
Diese Fähigkeiten sind nicht angeboren.
Sie können erlernt und gefördert werden, durch Familie, Schule, berufliche Erfahrungen, unternehmerische Vorbilder und ein gesellschaftliches Umfeld, das wirtschaftliche Initiative ermöglicht.
Doch was passiert, wenn wirtschaftliche Sicherheit immer Vorrang vor neuen Möglichkeiten erhält?
Sicherheit ist ein legitimes Bedürfnis.
Menschen benötigen Einkommen, Familien benötigen Verlässlichkeit, Unternehmen benötigen planbare Rahmenbedingungen, doch vollständige wirtschaftliche Sicherheit gibt es nicht.
Auch große Unternehmen können scheitern.
Arbeitsplätze können verschwinden.
Technologien können Berufe verändern und Märkte können sich grundlegend entwickeln, deshalb besteht langfristige wirtschaftliche Sicherheit nicht ausschließlich darin, bestehende Strukturen zu bewahren.
Sie entsteht auch durch Anpassungsfähigkeit.
Durch neues Wissen, durch Innovation und durch die Fähigkeit, wirtschaftliche Möglichkeiten selbst zu schaffen.
Wer ausschließlich versucht, jede wirtschaftliche Veränderung zu vermeiden, kann langfristig gerade dadurch wirtschaftliche Sicherheit verlieren.
Der Deutschland-Monitor 2025 zeigt, warum Veränderungsbereitschaft eine Rolle spielt
Der Deutschland-Monitor 2025 untersuchte die Veränderungsbereitschaft der Bevölkerung.
Das Ergebnis ist differenziert.
Die allgemeine Veränderungsbereitschaft ist in Ost- und Westdeutschland sehr ähnlich ausgeprägt, doch innerhalb Ostdeutschlands bestehen deutliche regionale Unterschiede.
In wirtschaftlich starken ostdeutschen Regionen liegt die Veränderungsbereitschaft auf einem vergleichbaren Niveau wie in westdeutschen Regionen.
In strukturschwachen ostdeutschen Regionen ist sie dagegen geringer, dort werden Veränderungen häufiger als Risiko betrachtet.
Die Forschenden identifizieren unter anderem negative Transformationserfahrungen, Statusverlustängste und das Gefühl wirtschaftlicher Benachteiligung als wichtige Einflussfaktoren.
52 Prozent der Befragten in strukturschwachen ostdeutschen Regionen erklärten, dass die gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen zehn Jahre für sie persönlich eher nachteilig gewesen seien.
Das ist bemerkenswert, denn es zeigt, wie stark wirtschaftliche Erfahrungen gesellschaftliche Einstellungen beeinflussen können.
Doch genau daraus entsteht eine schwierige Situation
Eine Region benötigt wirtschaftlichen Wandel, um neue Perspektiven zu schaffen.
Gleichzeitig können Menschen Veränderungen skeptisch betrachten, weil sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben, damit entsteht möglicherweise ein Kreislauf.
Wirtschaftliche Unsicherheit verstärkt Veränderungsskepsis.
Veränderungsskepsis kann die Akzeptanz neuer wirtschaftlicher Projekte erschweren und wenn notwendige Investitionen oder Veränderungen ausbleiben, können wirtschaftliche Perspektiven weiterhin begrenzt bleiben.
Dieser Zusammenhang ist als wirtschaftlicher Mechanismus plausibel.
Der Deutschland-Monitor beweist allerdings nicht, dass geringere Veränderungsbereitschaft unmittelbar zu weniger Unternehmensgründungen führt.
Dafür wären zusätzliche Untersuchungen notwendig.
Trotzdem wäre es wirtschaftspolitisch fahrlässig, gesellschaftliche Einstellungen bei regionalen Entwicklungsstrategien vollständig auszublenden.
Unternehmertum bedeutet Verantwortung... nicht nur Einkommen
In wirtschaftlichen Diskussionen wird Unternehmertum häufig auf Geld reduziert.
Wie viel verdient ein Unternehmer?
Wie groß ist sein Vermögen?
Wie viele Mitarbeiter beschäftigt er?
Doch Unternehmertum beginnt an einer anderen Stelle.
Jemand erkennt ein Problem, er entwickelt eine Lösung, er versucht, Menschen davon zu überzeugen, für diese Lösung zu bezahlen, er trägt Kosten, er investiert Zeit und er übernimmt das Risiko, dass sein Geschäftsmodell möglicherweise nicht funktioniert.
Natürlich kann daraus wirtschaftlicher Erfolg entstehen, doch dieser Erfolg ist nicht garantiert.
Ein Unternehmer kann auch scheitern, er kann Geld verlieren, er kann jahrelang an einem Geschäftsmodell arbeiten, das sich nicht durchsetzt, deshalb sollten wir wirtschaftlichen Erfolg und unternehmerisches Risiko gemeinsam betrachten.
Eine Region braucht Menschen, die wirtschaftliche Möglichkeiten schaffen
Ein Arbeitnehmer benötigt einen Arbeitgeber.
Ein Unternehmen benötigt Kunden.
Ein Kunde benötigt Produkte oder Dienstleistungen und eine Region benötigt wirtschaftliche Aktivitäten, aus denen Einkommen und Beschäftigung entstehen, dabei ist nicht jeder Unternehmer automatisch ein guter Unternehmer.
Nicht jedes Unternehmen handelt verantwortungsvoll und nicht jeder wirtschaftliche Erfolg entsteht durch Innovation.
Doch grundsätzlich gilt:
Ohne Menschen, die Unternehmen aufbauen und weiterentwickeln, entstehen weniger Möglichkeiten für neue wirtschaftliche Wertschöpfung.
Deshalb ist Unternehmertum keine gesellschaftliche Randerscheinung.
Es ist ein wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Marktwirtschaft.
Wie gehen wir gesellschaftlich mit wirtschaftlichem Erfolg um?
Eine weitere Frage verdient Aufmerksamkeit.
Wie wird wirtschaftlicher Erfolg im gesellschaftlichen Umfeld wahrgenommen?
Wird ein erfolgreicher Unternehmer als Vorbild betrachtet?
Als jemand, der eine Idee umgesetzt hat?
Der Arbeitsplätze geschaffen hat?
Der wirtschaftliche Risiken eingegangen ist?
Oder wird sein Erfolg hauptsächlich kritisch betrachtet?
Diese Frage ist nicht ausschließlich ostdeutsch.
Auch in Westdeutschland existieren Vorbehalte gegenüber Unternehmern und Vermögenden, doch gerade wirtschaftlich schwächere Regionen sollten sich fragen, welche Vorbilder sie jungen Menschen vermitteln, denn gesellschaftliche Vorstellungen können berufliche Entscheidungen beeinflussen.
Ein junger Mensch, der regelmäßig erfolgreiche Unternehmer erlebt, kann Selbstständigkeit möglicherweise leichter als realistische berufliche Option erkennen.
Wer dagegen kaum unternehmerische Vorbilder besitzt, beschäftigt sich unter Umständen seltener mit diesem Weg.
Das bedeutet nicht, dass fehlende Vorbilder automatisch fehlende Gründungen verursachen, aber es zeigt, warum unternehmerische Netzwerke und wirtschaftliche Bildung wichtig sind.
Wer mehr Unternehmer möchte, sollte jungen Menschen auch zeigen, was Unternehmertum tatsächlich bedeutet
Auswirkungen auf Unternehmen, Arbeitnehmer und Kommunen
Für Unternehmen: Unternehmertum beginnt mit der eigenen Verantwortung
Ein Unternehmer kann wirtschaftliche Probleme nicht vollständig auf äußere Umstände reduzieren.
Natürlich spielen Steuern, Bürokratie, Energiepreise und Fachkräftemangel eine Rolle, doch Unternehmen besitzen auch eigene Handlungsmöglichkeiten.
Sie können Prozesse modernisieren, neue Kunden gewinnen, Produkte verbessern, Mitarbeiter qualifizieren, digitale Technologien einsetzen, oder neue Geschäftsmodelle entwickeln.
Nicht jede Maßnahme wird erfolgreich sein, aber ein Unternehmen, das ausschließlich auf bessere Rahmenbedingungen wartet, überlässt seine wirtschaftliche Entwicklung weitgehend äußeren Entscheidungen.
Der entscheidende Unterschied liegt im Handeln
Ein Unternehmer kann sagen:
„Unsere Region ist wirtschaftlich schwach.“
Oder er kann fragen:
„Welche wirtschaftliche Möglichkeit kann ich trotz dieser Bedingungen entwickeln?“
Beide Aussagen können zutreffen, doch nur die zweite führt unmittelbar zu einer Suche nach Lösungen.
Genau diese Denkweise ist für wirtschaftlich schwächere Regionen besonders wichtig.
Nicht weil strukturelle Nachteile unwichtig wären, sondern weil wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich Menschen benötigt, die innerhalb vorhandener Bedingungen neue Möglichkeiten schaffen.
Für Arbeitnehmer: Wirtschaftliche Eigenverantwortung beginnt nicht erst mit einer Unternehmensgründung
Nicht jeder Mensch muss selbstständig werden.
Eine leistungsfähige Wirtschaft benötigt qualifizierte Arbeitnehmer, doch auch Arbeitnehmer profitieren von wirtschaftlichem Verständnis.
Wie verdient mein Unternehmen Geld?
Welche Kosten entstehen?
Warum müssen Prozesse produktiv sein?
Wie werden Löhne finanziert?
Warum investieren Unternehmen?
Und welche Fähigkeiten erhöhen meinen wirtschaftlichen Wert?
Wer solche Zusammenhänge versteht, kann seine berufliche Entwicklung besser gestalten, er erkennt möglicherweise neue Aufgaben, entwickelt Verbesserungsvorschläge, oder entscheidet sich später selbst für eine unternehmerische Tätigkeit.
Wirtschaftliche Eigenverantwortung bedeutet nicht zwangsläufig Selbstständigkeit. Sie bedeutet, die eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten besser zu verstehen und nutzen zu können.
Für Kommunen: Wirtschaftsförderung darf nicht nur aus Fördermitteln bestehen
Viele Kommunen versuchen, große Unternehmen anzusiedeln.
Dafür werden Gewerbegebiete entwickelt, Infrastrukturmaßnahmen geplant und Investitionsanreize geschaffen.
Doch wie viele zukünftige Unternehmer leben möglicherweise bereits in diesen Regionen?
Wie viele Fachkräfte könnten einen Betrieb übernehmen?
Wie viele junge Menschen besitzen Geschäftsideen?
Wie viele bestehende Unternehmen könnten zusätzliche Märkte erschließen?
Vielleicht sollte kommunale Wirtschaftsförderung deshalb stärker bei den Menschen beginnen, durch wirtschaftliche Bildung, Gründernetzwerke, Unternehmensnachfolge, Mentoring und die Verbindung zwischen Hochschulen, Unternehmen und regionalen Fachkräften.
Denn eine Region wird nicht ausschließlich dadurch wirtschaftlich stärker, dass Unternehmen von außen kommen.
Sie kann auch stärker werden, indem neue Unternehmen vor Ort entstehen.
Chancen & Risiken
Potenziale und mögliche Zielkonflikte werden bewusst nebeneinandergestellt.
Eine neue Unternehmerkultur könnte Ostdeutschland wirtschaftlich stärken
Die erste Chance... wirtschaftliche Bildung beginnt früher
Viele junge Menschen verlassen die Schule, ohne jemals selbst ein kleines Geschäftsmodell ausprobiert zu haben.
Sie lernen wirtschaftliche Begriffe, doch häufig fehlt die praktische Erfahrung.
Wie entwickelt man ein Produkt?
Wie kalkuliert man einen Preis?
Wie gewinnt man Kunden?
Welche Kosten entstehen?
Was bedeutet Gewinn?
Und warum ist wirtschaftliche Produktivität wichtig?
Solche Fragen könnten viel früher praktisch vermittelt werden, durch Schülerfirmen, Gründungsprojekte, Unternehmensbesuche, oder Kooperationen zwischen Schulen und regionalen Betrieben.
Dabei geht es nicht darum, jedes Kind zum Unternehmer zu machen.
Es geht darum, wirtschaftliche Möglichkeiten sichtbar zu machen.
Wer niemals erlebt, wie Unternehmertum funktioniert, wird es möglicherweise auch seltener als eigene berufliche Perspektive betrachten.
Die zweite Chance... mehr Unternehmer aus bestehenden Fachkräften entwickeln
Ostdeutschland besitzt zahlreiche qualifizierte Fachkräfte.
Im Handwerk, im Maschinenbau, in der Industrie, in technischen Dienstleistungen und in digitalen Berufen.
Dieses Wissen kann die Grundlage neuer Unternehmen sein.
Ein erfahrener Handwerker könnte einen eigenen Betrieb aufbauen.
Ein Ingenieur könnte eine technische Dienstleistung entwickeln.
Ein Softwareentwickler könnte ein digitales Produkt anbieten.
Ein Mitarbeiter könnte einen bestehenden Betrieb übernehmen.
Nicht jede Gründung benötigt eine revolutionäre Erfindung.
Manchmal reicht es, ein bekanntes Problem besser zu lösen.
Eine starke Unternehmerkultur erkennt wirtschaftliche Möglichkeiten auch dort, wo andere nur einen gewöhnlichen Arbeitsalltag sehen.
Die dritte Chance... Unternehmensnachfolge statt Betriebsschließung
Viele Unternehmer erreichen in den kommenden Jahren das Rentenalter, damit stellt sich die Frage, wer ihre Betriebe weiterführt.
Wenn keine Nachfolge gefunden wird, können Unternehmen verschwinden, obwohl sie wirtschaftlich tragfähig sind.
Dabei kann eine Betriebsübernahme ein sinnvoller Weg in die Selbstständigkeit sein.
Ein bestehendes Unternehmen besitzt bereits Kunden, Mitarbeiter, Geschäftsbeziehungen und wirtschaftliche Erfahrung.
Eine erfolgreiche Nachfolge kann diese Werte erhalten und gleichzeitig neue Entwicklungen ermöglichen.
Gerade wirtschaftlich schwächere Regionen sollten deshalb Unternehmensnachfolge stärker als unternehmerische Chance betrachten.
Wenn staatliche Erwartungen private Initiative verdrängen
Das erste Risiko... wirtschaftliche Verantwortung wird nach außen verlagert
Eine soziale Marktwirtschaft benötigt einen handlungsfähigen Staat.
Er muss Wettbewerb schützen, Rechtssicherheit gewährleisten, Infrastruktur bereitstellen und soziale Risiken absichern.
Doch der Staat kann nicht sämtliche wirtschaftlichen Entscheidungen übernehmen.
Er kann keine dauerhaft erfolgreiche Nachfrage nach jedem Produkt garantieren.
Er kann nicht jedes Geschäftsmodell retten und er kann nicht sämtliche unternehmerischen Risiken beseitigen.
Wenn Menschen wirtschaftliche Entwicklung ausschließlich als staatliche Aufgabe betrachten, können private Handlungsmöglichkeiten in den Hintergrund geraten.
Das wäre problematisch, denn eine Region benötigt Unternehmen, die aus eigener wirtschaftlicher Initiative neue Angebote schaffen.
Das zweite Risiko... Veränderung wird grundsätzlich als Bedrohung betrachtet
Der Deutschland-Monitor zeigt, dass Veränderungsskepsis besonders in strukturschwachen ostdeutschen Regionen ausgeprägt ist.
Diese Skepsis besitzt nachvollziehbare Ursachen, doch sie kann zum Problem werden, wenn neue wirtschaftliche Möglichkeiten dadurch nicht mehr sachlich geprüft werden.
Eine neue Technologie kann Arbeitsplätze verändern.
Sie kann aber auch Unternehmen wettbewerbsfähiger machen.
Ein neues Unternehmen kann scheitern.
Es kann aber auch zusätzliche Beschäftigung schaffen.
Eine Weiterbildung benötigt Zeit.
Sie kann jedoch neue berufliche Perspektiven eröffnen.
Entscheidend ist deshalb, Veränderungen weder grundsätzlich abzulehnen noch blind zu begrüßen, sondern ihren tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzen zu untersuchen.
Das dritte Risiko... wir verwechseln Kritik an Mentalität mit Kritik an Menschen
Die wirtschaftliche Mentalität einer Region zu untersuchen, bedeutet nicht, ihre Bevölkerung pauschal abzuwerten.
Menschen unterscheiden sich.
Auch innerhalb Ostdeutschlands existieren erhebliche Unterschiede zwischen Regionen, Generationen und wirtschaftlichen Lebenssituationen.
Es gibt erfolgreiche ostdeutsche Unternehmer, innovative Unternehmen, leistungsfähige Forschungsstandorte und Menschen, die seit Jahrzehnten wirtschaftliche Verantwortung übernehmen.
Gleichzeitig existieren strukturschwache Regionen mit geringer Gründungsaktivität.
Beides gehört zur Realität.
Eine sachliche Diskussion über wirtschaftliche Einstellungen darf deshalb kritisch sein, ohne daraus ein pauschales Urteil über Millionen Menschen abzuleiten.
Perspektivenwechsel
Wir brauchen nicht nur mehr Unternehmen, sondern mehr unternehmerisches Denken
Seit Jahrzehnten diskutieren wir darüber, wie Ostdeutschland wirtschaftlich stärker werden kann.
Mehr Fördermittel, mehr Infrastruktur, mehr Unternehmensansiedlungen, mehr staatliche Investitionen.
All das kann wichtig sein, doch vielleicht sollten wir eine andere Frage stärker in den Mittelpunkt stellen.
Wie entwickeln wir eine Gesellschaft, in der mehr Menschen wirtschaftliche Möglichkeiten erkennen und eigenständig nutzen können?
Eine Gesellschaft, in der junge Menschen Unternehmertum kennenlernen.
In der wirtschaftlicher Erfolg nicht automatisch mit Misstrauen betrachtet wird.
In der Menschen lernen, unternehmerische Risiken realistisch einzuschätzen und in der Scheitern nicht zwangsläufig bedeutet, dass jemand persönlich versagt hat, denn eine freie Wirtschaft benötigt mehr als die Erlaubnis, ein Unternehmen zu gründen.
Sie benötigt Menschen, die wirtschaftliche Verantwortung übernehmen möchten.
Die eigentliche Herausforderung liegt möglicherweise im Zusammenspiel
Strukturelle Nachteile erschweren Unternehmensgründungen.
Weniger Unternehmensgründungen bedeuten weniger unternehmerische Vorbilder.
Weniger Vorbilder können dazu beitragen, dass Selbstständigkeit seltener als berufliche Möglichkeit wahrgenommen wird und wenn wirtschaftliche Unsicherheit gleichzeitig die Skepsis gegenüber Veränderungen erhöht, können zusätzliche Hemmnisse entstehen.
Dieser Zusammenhang ist eine plausible wirtschaftliche Hypothese.
Er ist durch die genannten Studien nicht vollständig kausal nachgewiesen, doch er zeigt, warum wirtschaftliche Mentalität und strukturelle Bedingungen gemeinsam untersucht werden sollten.
Was wir wissen
Die fünf ostdeutschen Flächenländer weisen im Durchschnitt eine niedrigere Gründungsquote auf als Westdeutschland.
Zwischen 2020 und 2024 lag sie bei 5,6 Prozent gegenüber 7,8 Prozent in den westdeutschen Bundesländern.
Bereits 2019 identifizierte das ifo Institut eine vergleichsweise schwache unternehmerische Initiative und Wachstumsdynamik in Ostdeutschland.
Ältere ALLBUS-Befragungen zeigen, dass bestimmte staatliche Eingriffe in wirtschaftliche Prozesse im Osten häufiger befürwortet wurden.
Der Deutschland-Monitor 2025 weist außerdem eine erhöhte Veränderungsskepsis in strukturschwachen ostdeutschen Regionen nach.
Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass die allgemeine Veränderungsbereitschaft zwischen Ost- und Westdeutschland ähnlich ausgeprägt ist.
Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Selbstständigkeit kommt zudem zu dem Ergebnis, dass die DDR-Vergangenheit keine dauerhaft negative Wirkung auf das heutige Niveau der Selbstständigkeit hinterlassen hat.
Diese Befunde zeigen:
Wirtschaftliche Einstellungen sind relevant. Aber sie wirken gemeinsam mit wirtschaftlichen Strukturen, persönlichen Erfahrungen und regionalen Möglichkeiten.
Was noch unklar ist
Wir wissen nicht genau, welchen Anteil wirtschaftliche Mentalität am heutigen Gründungsrückstand Ostdeutschlands besitzt.
Die niedrigeren Gründungsquoten beweisen für sich genommen keine geringere individuelle Risikobereitschaft.
Auch ältere Befragungen zur Rolle des Staates erlauben keine pauschalen Aussagen über die heutigen Einstellungen sämtlicher Ostdeutscher.
Ebenso ist nicht abschließend geklärt, wie stark unternehmerische Vorbilder, gesellschaftliche Anerkennung und regionale Netzwerke die Gründungsaktivität beeinflussen.
Dafür wären zusätzliche Untersuchungen notwendig, die wirtschaftliche Einstellungen mit tatsächlichen Gründungsentscheidungen und regionalen Rahmenbedingungen verbinden.
Was als Nächstes wichtig wird
Ostdeutschland benötigt langfristig eine stärkere unternehmerische Dynamik.
Dafür müssen strukturelle Nachteile abgebaut werden.
Gleichzeitig sollten wirtschaftliche Bildung, Gründungsnetzwerke und Unternehmensnachfolgen stärker gefördert werden.
Besonders wichtig wird sein, unternehmerische Möglichkeiten auch außerhalb der großen Städte sichtbar zu machen, denn wirtschaftliche Entwicklung darf nicht ausschließlich davon abhängen, ob ein internationaler Konzern einen neuen Standort eröffnet.
Sie sollte auch aus regionalen Unternehmen, vorhandenen Fachkräften und neuen Geschäftsideen entstehen.
Der nächste wirtschaftliche Aufholprozess benötigt deshalb nicht nur Investitionen. Er benötigt auch mehr Menschen, die wirtschaftliche Möglichkeiten selbst gestalten können und möchten.
Einordnung von ROQ News
Ostdeutschlands wirtschaftliche Entwicklung ist nicht allein eine Frage der Vergangenheit.
Sie ist auch eine Frage gegenwärtiger Entscheidungen.
Natürlich spielen historische Unterschiede eine Rolle.
Natürlich fehlen vielerorts große eigenständige Unternehmen.
Natürlich beeinflussen Kapital, Demografie und regionale Nachfrage die wirtschaftliche Entwicklung, doch damit ist die Analyse nicht abgeschlossen, denn wirtschaftliche Einstellungen beeinflussen, welche Möglichkeiten Menschen erkennen, wie sie Risiken beurteilen und welche Verantwortung sie von sich selbst oder vom Staat erwarten.
Die vergleichsweise niedrigen Gründungsquoten zeigen, dass unternehmerische Tätigkeit in den fünf ostdeutschen Flächenländern seltener aufgenommen wird als in Westdeutschland.
Die älteren ALLBUS-Daten zeigen Unterschiede in wirtschaftspolitischen Einstellungen und der Deutschland-Monitor dokumentiert erhöhte Veränderungsskepsis in strukturschwachen ostdeutschen Regionen.
Diese Ergebnisse rechtfertigen keine pauschalen Urteile über die Bevölkerung, aber sie rechtfertigen eine kritische Debatte über wirtschaftliche Mentalität.
Denn vielleicht stellen wir seit Jahrzehnten die falsche Frage
Wir fragen:
„Warum fehlen in Ostdeutschland große Unternehmen?“
„Warum gibt es weniger Investitionen?“
„Warum wandern junge Menschen ab?“
Das sind wichtige Fragen, doch wir sollten zusätzlich fragen:
„Wie schaffen wir ein Umfeld, in dem mehr Menschen selbst Unternehmen aufbauen, wirtschaftliche Verantwortung übernehmen und neue Möglichkeiten entwickeln möchten?“
Denn eine wirtschaftlich erfolgreiche Region benötigt nicht nur Arbeitsplätze.
Sie benötigt auch Menschen, die Arbeitsplätze schaffen.
Nicht nur Förderprogramme, sondern Unternehmen, die wirtschaftlich tragfähig wachsen.
Nicht nur vorhandenes Wissen, sondern Menschen, die daraus Produkte und Dienstleistungen entwickeln.
Und nicht nur die Forderung nach wirtschaftlicher Sicherheit, sondern auch die Fähigkeit, wirtschaftliche Zukunft aktiv zu gestalten.
Die soziale Marktwirtschaft gibt Menschen die Möglichkeit, unternehmerisch tätig zu werden. Ob daraus eine starke Unternehmerlandschaft entsteht, hängt jedoch auch von wirtschaftlichen Bedingungen, Fähigkeiten, Vorbildern und gesellschaftlichen Einstellungen ab.
Vielleicht liegt genau darin eine der wichtigsten Aufgaben für Ostdeutschlands wirtschaftliche Zukunft.
ROQ Innovationsprinzip
Eine freie Marktwirtschaft wird nicht allein durch wirtschaftliche Freiheit stark. Sie wird stark, wenn Menschen die Möglichkeiten dieser Freiheit erkennen und wirtschaftlich sinnvoll nutzen können.
Der Staat kann Rahmenbedingungen schaffen.
Bildung kann Fähigkeiten vermitteln.
Förderprogramme können Investitionen erleichtern.
Doch Unternehmen entstehen durch Menschen, die wirtschaftliche Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen.
Unternehmertum beginnt dort, wo aus einer Möglichkeit eine konkrete wirtschaftliche Handlung wird.
ROQ Perspektivwechsel
Vielleicht sollten wir deshalb nicht ausschließlich fragen:
„Warum gibt es in Ostdeutschland weniger Unternehmer?“
Sondern:
„Was müsste sich in Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft verändern, damit mehr Menschen Unternehmertum als echte Chance erkennen?“
Denn wirtschaftliche Freiheit bedeutet nicht nur, dass Menschen ein Unternehmen gründen dürfen.
Sie bedeutet auch, dass sie Zugang zu Wissen, Kapital, Netzwerken und realistischen wirtschaftlichen Möglichkeiten benötigen und vielleicht liegt genau darin der entscheidende Perspektivwechsel:
Nicht jeder Mensch muss Unternehmer werden. Aber jeder Mensch sollte verstehen können, wie Unternehmertum funktioniert... und die Möglichkeit besitzen, selbst wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen.
Michael Langner
Gründer & CEO von Cast RoyalQuellen
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PM: Wo in Deutschland wird am meisten gegründet? – Presse PortalNachrichtenagentur · veröffentlicht 03.07.2025 · abgerufen 26.10.2026
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Wie tickt Deutschland – im Osten, im Westen und insgesamt? – Deutschland MonitorSonstige · abgerufen 26.10.2026
- Sonstige · veröffentlicht 07.05.2022 · abgerufen 26.10.2026
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