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Innovation ROQ Analyse

Die Ergebniswirtschaft: Warum die Zukunft nicht nach Arbeitsstunden fragt

Bestätigte Informationen

Was ist passiert?

Internationale Unternehmen verändern bereits die Art, wie wirtschaftliche Leistungen verkauft werden

Die Vorstellung, dass Unternehmen nicht mehr ausschließlich Produkte verkaufen, ist keineswegs neu.

In der Wirtschaftsforschung wird seit Jahrzehnten über die sogenannte Servitization diskutiert.

Der Begriff beschreibt die Entwicklung von produktorientierten Unternehmen hin zu Geschäftsmodellen, die zusätzliche oder integrierte Dienstleistungen anbieten.

Ein Maschinenhersteller verkauft beispielsweise nicht mehr ausschließlich eine Maschine.

Er bietet zusätzlich Wartung, Überwachung und langfristige Betriebsunterstützung an.

In weiterentwickelten Modellen orientiert sich die Vergütung stärker an der tatsächlichen Nutzung oder einer vereinbarten Leistung.

Solche Modelle werden unter anderem als Product-as-a-Service, Performance-based Contracting oder Outcome-based Business Models bezeichnet.

Sie unterscheiden sich in ihrer konkreten Ausgestaltung.

Nicht jedes nutzungsabhängige Modell garantiert ein bestimmtes Ergebnis, doch gemeinsam ist ihnen, dass sich der wirtschaftliche Wert zunehmend über die tatsächliche Anwendung eines Produkts oder einer Dienstleistung definieren kann.

Ein Forschungsbericht aus dem Jahr 2026 untersucht die Skalierung solcher Geschäftsmodelle

Im Februar 2026 erschien in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Industrial Marketing Management die Studie „Scaling outcome-based business models: A maturity framework“.

Die Forschenden untersuchten anhand von 29 Interviews mit Führungskräften aus neun Industrieunternehmen, welche Schwierigkeiten beim Ausbau ergebnisorientierter Geschäftsmodelle entstehen.

Die Ergebnisse zeigen, dass solche Modelle nicht einfach durch eine neue Preisgestaltung erfolgreich werden.

Unternehmen müssen ihre Organisation, technische Infrastruktur, Kundenbeziehungen und Risikoverteilung anpassen.

Die Studie unterscheidet verschiedene Entwicklungsstufen, in denen unterschiedliche Herausforderungen auftreten.

Das ist ein wichtiger Hinweis.

Die Ergebniswirtschaft ist keine einfache Preisrevolution. Sie könnte einen tiefgreifenden Wandel der Unternehmensorganisation erfordern.

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ROQ Einordnung – Warum ist diese Nachricht wichtig?

Wenn Technologie Arbeit beschleunigt, verändert sich die wirtschaftliche Bedeutung von Zeit

In zahlreichen Branchen wird Leistung über den zeitlichen Aufwand kalkuliert, dies besitzt nachvollziehbare Gründe.

Arbeitszeit ist vergleichsweise einfach zu dokumentieren.

Unternehmen können ihre Kosten berechnen und Kunden erhalten eine nachvollziehbare Grundlage für die Abrechnung, doch Arbeitszeit und wirtschaftlicher Nutzen sind nicht dasselbe.

Ein Berater kann zehn Stunden benötigen, um ein Problem zu lösen.

Ein anderer erkennt die Ursache innerhalb einer Stunde.

Das bedeutet nicht automatisch, dass die zweite Lösung weniger wert ist.

Vielleicht verfügt der zweite Berater über mehr Erfahrung.

Vielleicht besitzt er bessere Werkzeuge, oder er hat eine Methode entwickelt, mit der sich bestimmte Probleme effizienter lösen lassen.

Das wirtschaftliche Paradox

Nehmen wir ein rein hypothetisches Beispiel.

Ein Unternehmen benötigt für eine wiederkehrende Verwaltungsaufgabe bisher monatlich 40 Arbeitsstunden.

Die internen Vollkosten betragen rechnerisch 35 Euro pro Stunde.

Damit entstehen monatliche Prozesskosten von 1.400 Euro.

Eine neue digitale Lösung reduziert den Aufwand auf zehn Stunden.

Die verbleibenden Personalkosten betragen 350 Euro.

Hinzu kommen monatlich 150 Euro für Software und Betrieb.

Die gesamten laufenden Prozesskosten sinken damit auf 500 Euro.

Die rechnerische monatliche Entlastung beträgt 900 Euro.

Auf zwölf Monate gerechnet wären das 10.800 Euro.

Einmalige Einführungskosten sind darin noch nicht berücksichtigt, doch nun stellt sich eine interessante Frage.

Was ist die technische Lösung wirtschaftlich wert?

Die Anzahl der Stunden, die ein Dienstleister für ihre Entwicklung benötigt hat?

Die Lizenzkosten der verwendeten Software?

Oder ein angemessener Anteil des tatsächlich geschaffenen wirtschaftlichen Nutzens?

Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort, doch das Beispiel zeigt, warum klassische Stundenabrechnung nicht immer den gesamten Wert einer Leistung abbildet.

Die eigentliche Innovation könnte im Geschäftsmodell liegen

Wenn über künstliche Intelligenz gesprochen wird, stehen häufig technische Fähigkeiten im Mittelpunkt.

Welche Texte kann sie erstellen?

Welche Daten kann sie auswerten?

Welche Prozesse lassen sich automatisieren?

Doch möglicherweise entsteht ein Teil der größten wirtschaftlichen Veränderungen nicht durch die Technologie selbst, sondern dadurch, wie Unternehmen ihre Leistungen künftig organisieren und verkaufen.

Eine Software kann heute Informationen verarbeiten, für die früher umfangreiche manuelle Arbeit notwendig war.

Ein automatisierter Prozess kann bestimmte Aufgaben wiederholt ausführen und digitale Systeme können die Leistung technischer Anlagen kontinuierlich überwachen, dadurch entstehen neue Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Ein Kunde muss möglicherweise nicht mehr jede einzelne Tätigkeit einkaufen.

Er könnte stattdessen eine vereinbarte Leistung beziehen.

Beispielsweise die Verfügbarkeit einer Anlage.

Die Durchführung eines klar definierten Prozesses, oder die Nutzung einer technischen Infrastruktur.

Aber nicht jedes Ergebnis ist verkäuflich

Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen einer messbaren Leistung und einem wirtschaftlichen Erfolg.

Ein IT-Dienstleister kann beispielsweise vertraglich zusagen, dass ein bestimmtes System innerhalb definierter Grenzen verfügbar ist.

Er kann aber nicht ohne Weiteres garantieren, dass sein Kunde dadurch mehr Umsatz erzielt, denn der Umsatz hängt von zahlreichen weiteren Faktoren ab, dazu gehören Nachfrage, Wettbewerb, Produktqualität, Vertrieb und unternehmerische Entscheidungen.

Deshalb müssen ergebnisorientierte Geschäftsmodelle sorgfältig zwischen kontrollierbaren Leistungen und externen Einflüssen unterscheiden.

Die entscheidende Innovation besteht nicht darin, beliebige Erfolge zu versprechen. Sie besteht darin, Verantwortung für klar definierte und überprüfbare Leistungen zu übernehmen.

Was zeigen internationale Praxisbeispiele?

Rolls-Royce: Wenn nicht allein das Triebwerk, sondern seine Einsatzfähigkeit zählt

Der britische Industriekonzern Rolls-Royce bietet mit seinem Programm TotalCare ein bekanntes Beispiel für ein nutzungsorientiertes Dienstleistungsmodell, dabei geht es um die langfristige Betreuung von Flugzeugtriebwerken.

Das Unternehmen übernimmt unter anderem Aufgaben der Wartungsplanung, Zustandsüberwachung und Instandhaltung.

Die Vergütung erfolgt über einen vereinbarten Betrag pro Flugstunde des Triebwerks.

Für Fluggesellschaften kann das eine besser kalkulierbare Kostenstruktur schaffen.

Rolls-Royce wiederum besitzt einen wirtschaftlichen Anreiz, die Zuverlässigkeit und Einsatzfähigkeit der Triebwerke zu unterstützen.

Das Unternehmen beschreibt sein Modell ausdrücklich als eine Form der Risikoübertragung.

Bestimmte Wartungs- und Kostenrisiken werden innerhalb des Vertrags auf den Anbieter übertragen.

Das ist mehr als der klassische Verkauf einer einzelnen technischen Leistung.

Allerdings garantiert das Modell nicht sämtliche wirtschaftlichen Ergebnisse einer Fluggesellschaft.

Es betrifft einen definierten Bereich des Triebwerksbetriebs.

Der wirtschaftliche Perspektivenwechsel liegt darin, dass der Anbieter stärker am laufenden Nutzen seiner technischen Lösung beteiligt wird.

Michelin: Wenn Reifen nach gefahrenen Kilometern abgerechnet werden

Auch der Reifenhersteller Michelin bietet Geschäftsmodelle an, bei denen nicht ausschließlich der einzelne Reifen im Mittelpunkt steht.

Im Bereich des professionellen Flottenmanagements existieren Angebote mit kilometerabhängiger Vergütung, dabei übernimmt Michelin je nach Vertrag Aufgaben wie Reifenmanagement, Wartungsplanung und Zustandskontrolle.

Für Flottenbetreiber können dadurch die Kosten stärker an die tatsächliche Nutzung gekoppelt werden.

Der Anbieter besitzt wiederum Anreize, Reifen wirtschaftlich und zuverlässig einzusetzen, doch auch hier muss genau unterschieden werden.

Ein Preis pro Kilometer ist zunächst ein nutzungsabhängiges Modell.

Er bedeutet nicht automatisch, dass Michelin den gesamten wirtschaftlichen Erfolg eines Transportunternehmens garantiert.

Trotzdem zeigt das Beispiel, wie sich der Schwerpunkt von einem einzelnen Produkt hin zu einer längerfristigen Leistung verschieben kann.

Was beide Beispiele verbindet

Rolls-Royce und Michelin stammen aus unterschiedlichen Branchen, doch ihre Modelle besitzen eine gemeinsame wirtschaftliche Logik.

Der Kunde bezahlt nicht ausschließlich für den Erwerb eines Produkts, stattdessen wird die Vergütung zumindest teilweise mit dessen Nutzung oder betrieblicher Leistung verbunden, dadurch können sich die Interessen von Anbieter und Kunde stärker annähern.

Allerdings entstehen zugleich neue Risiken.

Der Anbieter übernimmt zusätzliche Verantwortung.

Er benötigt zuverlässige Daten und er muss seine langfristigen Kosten sorgfältig kalkulieren.

Die Beispiele zeigen keine vollständige Ablösung klassischer Geschäftsmodelle. Sie belegen aber, dass alternative Formen wirtschaftlicher Wertschöpfung bereits praktisch eingesetzt werden.

Die wirtschaftliche Rechnung: Was passiert, wenn Effizienz den Umsatz verändert?

Drei Geschäftsmodelle im Vergleich

Betrachten wir ein fiktives Digitalisierungsprojekt.

Ein Unternehmen möchte seine internen Verwaltungsabläufe verbessern.

Der Dienstleister benötigt für Analyse, Entwicklung und Einführung einer Lösung ursprünglich zwanzig Stunden, aber durch moderne Werkzeuge kann er dieselbe vereinbarte Leistung später in fünf Stunden erbringen.

Wir vergleichen drei mögliche Abrechnungsmodelle.

Modell Kalkulation Umsatz
Klassische Stundenabrechnung 20 Stunden × 120 € 2.400 €
Effiziente Stundenabrechnung 5 Stunden × 120 € 600 €
Vereinbarter Festpreis Definierter Leistungsumfang 2.000 €

Alle Beträge sind frei gewählte Modellannahmen und keine Marktstatistik. Steuern, Betriebskosten, Haftung, Nachbetreuung und weitere Aufwendungen bleiben in dieser vereinfachten Darstellung unberücksichtigt.

Das Beispiel zeigt zunächst nur einen Unterschied in der Umsatzberechnung.

Es beweist nicht, dass ein Festpreis immer besser ist, denn entscheidend ist, welche Kosten und Risiken der Dienstleister tatsächlich trägt.

Die Perspektive des Kunden

Der Kunde möchte eine funktionierende Lösung.

Er möchte nachvollziehbare Kosten und er möchte wissen, welche Verbesserung dadurch entsteht.

Ein Festpreis kann Planungssicherheit schaffen.

Er kann aber auch zu teuer sein, wenn der Leistungsumfang gering ist.

Ein Stundenmodell kann dagegen sinnvoll sein, wenn sich der Aufwand noch nicht zuverlässig abschätzen lässt.

Die Perspektive des Anbieters

Der Dienstleister muss seine Arbeit wirtschaftlich organisieren, wenn er eine Aufgabe effizienter erledigt, kann er dadurch seine Kosten reduzieren.

Bei einem reinen Stundenmodell sinkt jedoch möglicherweise gleichzeitig sein Umsatz.

Ein Festpreis kann es ermöglichen, einen Teil des Effizienzgewinns zu behalten, dafür übernimmt der Anbieter das Risiko, dass die Umsetzung länger dauert als geplant.

Der mögliche dritte Weg

Noch weiter geht ein erfolgsabhängiges Vergütungsmodell.

Dabei könnte beispielsweise ein Teil der Vergütung an eine nachweisbare Prozessverbesserung gekoppelt werden, doch dafür müssen Ausgangssituation, Messverfahren, Einflussfaktoren und Vertragsbedingungen eindeutig definiert sein, sonst entstehen Streitigkeiten darüber, ob der vereinbarte Erfolg tatsächlich erreicht wurde.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, welches Modell grundsätzlich am meisten Umsatz ermöglicht. Sondern welches Modell den geschaffenen Nutzen, die tatsächlichen Kosten und die übernommenen Risiken angemessen verteilt.

Auswirkungen auf Unternehmen, Arbeitnehmer und Kommunen

Unternehmen: Der Wettbewerb könnte sich stärker auf tatsächliche Leistung konzentrieren

Wenn Unternehmen zunehmend nach messbaren Ergebnissen einkaufen, verändert sich möglicherweise auch der Wettbewerb zwischen Anbietern.

Nicht allein die Anzahl der Mitarbeiter oder die Größe einer Entwicklungsabteilung wäre entscheidend, auch kleinere Unternehmen könnten durch spezialisierte Kenntnisse und geeignete Technologien leistungsfähige Lösungen anbieten.

Das bedeutet allerdings nicht, dass kleine Anbieter automatisch im Vorteil wären.

Größere Unternehmen besitzen häufig mehr Kapital, umfangreichere Datenbestände und bessere Möglichkeiten zur Risikoabsicherung.

Gerade langfristige Leistungsverträge können erhebliche finanzielle Verpflichtungen mit sich bringen.

Die Ergebniswirtschaft könnte deshalb neue Chancen eröffnen, aber auch bestehende Marktunterschiede verstärken.

Arbeitnehmer: Weniger Arbeitszeit bedeutet nicht automatisch weniger menschlichen Wert

Ein besonders wichtiger gesellschaftlicher Aspekt betrifft die Bewertung menschlicher Arbeit, wenn eine Technologie bestimmte Aufgaben beschleunigt, kann die dafür benötigte Arbeitszeit sinken.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die beteiligten Menschen weniger wertvolle Fähigkeiten besitzen.

Im Gegenteil.

Erfahrung, Fachwissen und die Fähigkeit, geeignete Lösungen zu entwickeln, können weiterhin entscheidend sein.

Ein erfahrener Techniker erkennt möglicherweise Probleme, die eine automatisierte Überwachung nicht zuverlässig einordnen kann.

Ein Berater kann wirtschaftliche Zusammenhänge bewerten, die sich nicht allein aus Daten ableiten lassen und ein Mitarbeiter kann Kundenbedürfnisse verstehen, die in einer technischen Prozessbeschreibung fehlen.

Gleichzeitig können automatisierte Geschäftsmodelle bestehende Tätigkeiten verändern oder reduzieren, ob daraus neue Beschäftigungsmöglichkeiten, kürzere Arbeitszeiten oder Arbeitsplatzverluste entstehen, hängt von zahlreichen wirtschaftlichen und organisatorischen Faktoren ab.

Eine allgemeine Prognose wäre unseriös.

Kommunen: Auch öffentliche Leistungen könnten stärker an Ergebnissen gemessen werden

Kommunen beschaffen zahlreiche Dienstleistungen und technische Systeme, dazu gehören beispielsweise IT-Infrastrukturen, Gebäudeausstattung und Wartungsleistungen.

Bei bestimmten Leistungen könnten vertraglich definierte Qualitäts- und Verfügbarkeitsstandards eine größere Rolle spielen.

Allerdings gelten für öffentliche Auftraggeber besondere rechtliche Anforderungen.

Vergaberecht, Wirtschaftlichkeit, Transparenz und Gleichbehandlung müssen berücksichtigt werden.

Zudem lassen sich öffentliche Leistungen nicht immer auf einfache Kennzahlen reduzieren.

Die Qualität einer Bildungseinrichtung lässt sich beispielsweise nicht vollständig anhand einzelner Prüfungsergebnisse bestimmen.

Auch soziale Dienstleistungen besitzen komplexe Ziele, deshalb wäre eine pauschale Umstellung öffentlicher Leistungen auf erfolgsabhängige Vergütung weder automatisch sinnvoll noch überall praktikabel.

Neutrale Einordnung

Chancen & Risiken

Potenziale und mögliche Zielkonflikte werden bewusst nebeneinandergestellt.

Chancen

Neue Geschäftsmodelle könnten wirtschaftliche Effizienz besser belohnen

Eine wichtige Chance besteht darin, wirtschaftliche Anreize stärker mit den Interessen der Kunden zu verbinden.

Wenn ein Anbieter an der zuverlässigen Leistung einer technischen Anlage verdient, kann er ein eigenes Interesse daran besitzen, Ausfälle zu reduzieren.

Wenn ein Dienstleister einen vereinbarten Festpreis erhält, kann er davon profitieren, seine Prozesse effizient zu organisieren.

Und wenn eine Vergütung an nachvollziehbare Ergebnisse gekoppelt ist, kann dies die Zusammenarbeit auf konkrete Ziele ausrichten.

Daraus könnten neue Geschäftsmodelle entstehen.

Besonders interessant wäre dies für Unternehmen, die digitale Technologien entwickeln oder vorhandene Systeme miteinander verbinden.

Künstliche Intelligenz könnte die Entwicklung beschleunigen

Künstliche Intelligenz kann bestimmte Aufgaben der Informationsverarbeitung, Analyse und Softwareentwicklung unterstützen.

Dadurch könnten einzelne Dienstleistungen schneller oder kostengünstiger erbracht werden, ob dies tatsächlich gelingt, hängt jedoch von der Aufgabe, der Qualität der Systeme und dem erforderlichen Kontrollaufwand ab.

Fehlerhafte Ergebnisse können zusätzliche Arbeit verursachen.

Datenschutz und Informationssicherheit müssen berücksichtigt werden und manche Aufgaben benötigen weiterhin umfangreiche menschliche Prüfung.

Die wirtschaftliche Chance liegt deshalb nicht darin, möglichst viel Arbeit ungeprüft an KI zu übertragen.

Sie liegt darin, geeignete Aufgaben sinnvoll zu unterstützen und die Ergebnisse zuverlässig zu kontrollieren.

Neue Möglichkeiten für spezialisierte Unternehmen

Ein kleiner Dienstleister könnte künftig möglicherweise Leistungen anbieten, für die früher größere organisatorische Strukturen notwendig waren.

Dafür benötigt er nicht zwangsläufig eigene Entwicklungen für jede einzelne Aufgabe.

Er kann auf vorhandene Technologien zurückgreifen.

Er kann standardisierte Prozesse entwickeln.

Und er kann sich auf bestimmte Kundenprobleme spezialisieren.

Ob daraus tatsächlich ein wirtschaftlicher Vorteil entsteht, hängt von Qualität, Wettbewerb, Kosten und Kundenvertrauen ab.

Risiken

Wer Ergebnisse verkauft, übernimmt Verantwortung für deren Zustandekommen

Ergebnisorientierte Geschäftsmodelle besitzen eine zentrale Herausforderung.

Ein Anbieter kann nur für Leistungen zuverlässig Verantwortung übernehmen, deren Voraussetzungen er ausreichend beeinflussen kann.

Stellen wir uns einen Digitalisierungsdienstleister vor.

Er entwickelt eine Lösung, mit der ein Unternehmen seine Verwaltungsprozesse verbessern soll, doch die Mitarbeiter verwenden das neue System nicht, oder notwendige Daten werden nicht bereitgestellt, oder die Geschäftsführung verändert während der Umsetzung grundlegende Anforderungen.

Wer trägt dann die Verantwortung, wenn die ursprünglich vereinbarte Verbesserung ausbleibt?

Genau solche Fragen müssen vertraglich geklärt werden.

Das Problem der Messbarkeit

Nicht jede wirtschaftliche Leistung besitzt eine eindeutige Kennzahl.

Die Verfügbarkeit einer technischen Anlage lässt sich vergleichsweise gut erfassen.

Die Qualität einer strategischen Beratung ist schwieriger zu messen und der langfristige Nutzen von Bildung kann sich erst über viele Jahre zeigen.

Wenn Unternehmen ausschließlich leicht messbare Ergebnisse vergüten, besteht die Gefahr, dass wichtige, aber schwer messbare Leistungen vernachlässigt werden.

Das Risiko falscher Anreize

Ein Anbieter könnte versucht sein, vor allem solche Aufgaben zu übernehmen, bei denen Erfolge leicht erreichbar sind.

Schwierigere Kunden oder komplexere Probleme könnten dagegen unattraktiv werden.

Auch eine zu enge Konzentration auf einzelne Kennzahlen kann problematisch sein.

Wenn beispielsweise ausschließlich die Bearbeitungszeit eines Vorgangs zählt, könnte die Qualität der Bearbeitung darunter leiden.

Deshalb müssen Leistung, Qualität und langfristige Folgen gemeinsam betrachtet werden.

Die wissenschaftliche Forschung warnt vor Schwierigkeiten

Eine 2026 veröffentlichte Studie in Technovation untersucht Risiken plattformbasierter Servitization.

Die Forschenden identifizieren unter anderem Probleme bei der Datenintegration, bei der Zusammenarbeit zwischen beteiligten Akteuren und bei der Zuverlässigkeit der erbrachten Leistungen.

Eine weitere Untersuchung aus dem Jahr 2026 zeigt, dass Unternehmen Schwierigkeiten haben können, ergebnisorientierte Geschäftsmodelle wirtschaftlich erfolgreich zu skalieren.

Das verdeutlicht:

Ein Geschäftsmodell wird nicht allein dadurch besser, dass es Ergebnisse statt Stunden abrechnet.

Perspektivenwechsel

Was wäre, wenn wir wirtschaftlichen Wert weniger an Aufwand und stärker an tatsächlich gelösten Problemen messen würden?

Seit Generationen werden wirtschaftliche Leistungen auf unterschiedliche Weise bewertet.

Über Materialkosten, über Arbeitsstunden, über Produktionsmengen, über Marktpreise und über den Nutzen, den Kunden einem Produkt zuschreiben.

Die Ergebniswirtschaft würde diese Mechanismen nicht vollständig ersetzen.

Sie könnte jedoch einen zusätzlichen Schwerpunkt setzen.

Nicht ausschließlich die Frage, wie viel Arbeit geleistet wurde, stünde im Mittelpunkt, sondern auch, welches Ergebnis dadurch entstanden ist.

Ein neues Denken für die Digitalisierung

Stellen wir uns einen Unternehmer vor, der seine Verwaltungsabläufe modernisieren möchte.

Die klassische Frage lautet häufig:

Welche Software benötigen wir?

Die nächste Frage lautet:

Was kostet diese Software?

Doch möglicherweise sollte die Analyse anders beginnen.

Welches Problem besteht überhaupt?

Wie viel Zeit verursacht es?

Welche Kosten entstehen dadurch?

Welche Verbesserung wäre realistisch?

Und welche technische Lösung wäre dafür geeignet?

Erst danach sollte entschieden werden, ob eine neue Software, eine Automatisierung oder eine organisatorische Veränderung notwendig ist.

Was bedeutet das für Cast Royal?

Cast Royal verfolgt mit seinem digitalen Betriebssystem den Ansatz, Wissen, Werkzeuge und praktische Umsetzung miteinander zu verbinden.

Die wirtschaftliche Perspektive dahinter lautet:

Technologie sollte kein Selbstzweck sein.

Sie sollte Menschen und Unternehmen helfen, konkrete Aufgaben besser zu bewältigen.

Für einen Digitalisierungsmanager könnte das beispielsweise bedeuten, nicht mit dem Verkauf einer bestimmten Software zu beginnen, sondern zunächst die vorhandenen Prozesse zu untersuchen.

Anschließend ließe sich entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll sind und wie ihr Nutzen überprüft werden könnte.

Das bedeutet nicht, dass Cast Royal bereits ein vollständig ergebnisabhängiges Geschäftsmodell betreibt.

Es beschreibt vielmehr eine strategische Perspektive, die für zukünftige Dienstleistungen und digitale Angebote relevant sein könnte.

Nicht die Anzahl eingesetzter Werkzeuge entscheidet über den Erfolg einer Digitalisierung. Sondern die Frage, ob dadurch tatsächlich etwas besser funktioniert.

Was wir wissen

Ergebnis- und nutzungsorientierte Geschäftsmodelle existieren bereits in verschiedenen Branchen.

Rolls-Royce bietet mit TotalCare ein Modell an, bei dem Triebwerksdienstleistungen über Flugstunden abgerechnet werden.

Michelin verwendet in bestimmten Flottenmanagementangeboten kilometerabhängige Vergütungsmodelle.

Die Wirtschaftsforschung beschäftigt sich seit Jahren mit der Entwicklung produktorientierter Unternehmen hin zu integrierten Dienstleistungsangeboten.

Aktuelle Studien aus dem Jahr 2026 zeigen, dass die Skalierung ergebnisorientierter Geschäftsmodelle organisatorische, technische und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringt.

Wir wissen außerdem, dass Arbeitszeit und wirtschaftlicher Kundennutzen nicht zwangsläufig identisch sind.

Ein geringerer Zeitaufwand kann bei vergleichbarer Qualität dieselbe Leistung ermöglichen.

Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jedes Unternehmen von einer erfolgsabhängigen Vergütung profitieren würde.

Was noch unklar ist

Bislang lässt sich nicht zuverlässig bestimmen, welchen Anteil ergebnisorientierte Geschäftsmodelle künftig an der gesamten Weltwirtschaft erreichen werden.

Auch ist nicht bekannt, in welchem Umfang künstliche Intelligenz die Verbreitung solcher Modelle beschleunigen wird.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen hängen von zahlreichen Faktoren ab, dazu gehören technische Leistungsfähigkeit, rechtliche Rahmenbedingungen, Wettbewerb, Kundenverhalten und die Verteilung unternehmerischer Risiken.

Ebenso bleibt offen, welche Branchen besonders stark von solchen Veränderungen betroffen sein könnten.

In manchen Bereichen könnten Festpreise und nutzungsabhängige Modelle an Bedeutung gewinnen.

In anderen Bereichen dürften klassische Stundenvergütung und Produktverkauf weiterhin sinnvoll bleiben.

Die Ergebniswirtschaft ist deshalb eine plausible Zukunftshypothese, aber keine wissenschaftlich bewiesene Ablösung bestehender Wirtschaftsmodelle.

Was als Nächstes wichtig wird

Für Unternehmen wird entscheidend sein, wie sich neue Technologien auf ihre Kostenstrukturen und Geschäftsmodelle auswirken.

Wenn bestimmte Aufgaben schneller erledigt werden können, müssen Anbieter prüfen, wie sie ihre Leistungen künftig kalkulieren, dabei sollten sie nicht ausschließlich die benötigte Arbeitszeit betrachten.

Ebenso wichtig sind Qualität, Verantwortung, Betriebskosten und der wirtschaftliche Nutzen für den Kunden.

Die Forschung sollte weiter untersuchen, unter welchen Bedingungen ergebnisorientierte Geschäftsmodelle tatsächlich erfolgreich sind.

Besonders interessant wären internationale Vergleiche zwischen Branchen und Unternehmensgrößen.

Auch die langfristigen Auswirkungen auf Beschäftigung, Produktivität und Wettbewerb verdienen Aufmerksamkeit.

Für die Wirtschaftspolitik stellt sich die Frage, welche rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen solche Geschäftsmodelle unterstützen können, ohne Verbraucherrechte, Datenschutz oder faire Wettbewerbsbedingungen zu beeinträchtigen.

ROQ News

Einordnung von ROQ News

Vielleicht verändert künstliche Intelligenz nicht nur unsere Arbeit... sondern auch das, wofür wir bezahlt werden

Unsere Wirtschaft befindet sich in einem technologischen Wandel.

Digitale Systeme übernehmen Aufgaben, die früher manuell erledigt wurden.

Automatisierung verändert Produktionsprozesse und künstliche Intelligenz erweitert die Möglichkeiten der Informationsverarbeitung.

Doch die wirtschaftliche Bedeutung dieser Entwicklungen reicht möglicherweise über die eingesparte Arbeitszeit hinaus, denn wenn sich bestimmte Leistungen schneller erbringen lassen, verändern sich auch die Grundlagen ihrer Kalkulation.

Ein Dienstleister, der ausschließlich Stunden verkauft, kann durch höhere Effizienz zunächst weniger Umsatz erzielen.

Ein Anbieter mit einem geeigneten Festpreis kann dagegen einen Teil des Effizienzgewinns behalten und ein Unternehmen mit einem leistungsabhängigen Vertrag kann seine Vergütung stärker an die tatsächlich erbrachte Leistung koppeln.

Das bedeutet nicht, dass ein Modell grundsätzlich besser ist als das andere.

Jede Form der Vergütung besitzt eigene Vorteile und Risiken, doch die internationalen Beispiele zeigen, dass wirtschaftliche Wertschöpfung längst nicht mehr ausschließlich über den Verkauf einzelner Produkte oder Arbeitsstunden organisiert wird.

Rolls-Royce verbindet die Betreuung seiner Triebwerke mit deren Nutzung.

Michelin bietet Flottenmanagementmodelle mit kilometerabhängiger Abrechnung an.

Und die Wissenschaft untersucht, unter welchen Bedingungen Unternehmen solche Modelle erfolgreich entwickeln und ausbauen können.

Daraus entsteht eine weiterführende Frage.

Was passiert, wenn neue Technologien die Erbringung bestimmter Leistungen erheblich vereinfachen?

Vielleicht werden Unternehmen künftig häufiger darüber verhandeln, welche Leistung sie tatsächlich benötigen.

Vielleicht werden Dienstleister stärker dafür bezahlt, dass ein bestimmter Prozess zuverlässig funktioniert.

Und vielleicht wird die Fähigkeit, komplexe Probleme effizient zu lösen, wirtschaftlich noch bedeutender, doch diese Entwicklung besitzt Grenzen.

Nicht jedes Ergebnis lässt sich zuverlässig messen.

Nicht jede Leistung kann garantiert werden und nicht jede wirtschaftliche Beziehung eignet sich für eine erfolgsabhängige Vergütung, deshalb wäre es falsch, die klassische Arbeitszeitabrechnung für überholt zu erklären.

Ebenso falsch wäre es jedoch, bestehende Geschäftsmodelle als unveränderlich zu betrachten.

Die eigentliche Zukunftsfrage lautet nicht, ob wir morgen noch Produkte oder Arbeitsstunden verkaufen.

Sie lautet, wie sich der wirtschaftliche Wert menschlicher und technischer Leistungen verändert, wenn ihre Erbringung immer effizienter werden kann.

Vielleicht liegt ein Teil der nächsten großen wirtschaftlichen Innovation deshalb nicht in einem neuen Produkt, sondern in einer neuen Vereinbarung darüber, wofür Unternehmen Verantwortung übernehmen und wie sie dafür vergütet werden.

Wir nennen diesen möglichen Wandel:

Die Ergebniswirtschaft.

Eine Wirtschaft, in der nicht ausschließlich zählt, wie viel Aufwand betrieben wurde, sondern zunehmend auch, welcher überprüfbare Nutzen dadurch entstanden ist, denn am Ende bezahlt ein Kunde nicht deshalb für eine Lösung, weil ihre Entwicklung besonders lange gedauert hat.

Er bezahlt, weil er sich davon einen bestimmten Wert verspricht.

Und genau dieser Wert könnte in Zukunft stärker in den Mittelpunkt wirtschaftlicher Geschäftsmodelle rücken.

ROQ-Perspektivwechsel

Wir fragen heute:

„Wie viele Stunden hat die Arbeit gekostet?“

Vielleicht fragen wir morgen häufiger:

„Welches Problem wurde gelöst... und welchen Wert hat das Ergebnis?“

Denn wenn Technologie immer weniger Arbeitszeit benötigt, müssen wir möglicherweise neu darüber nachdenken, wie wirtschaftlicher Wert entsteht und vergütet wird.

Die Zukunft verkauft nicht zwangsläufig weniger Arbeit, aber sie könnte häufiger den Wert der Ergebnisse in den Mittelpunkt stellen.

Autor

Michael Langner

Gründer & CEO von Cast Royal
Verantwortliche Redaktion

Michael Langner

Gründer & CEO von Cast Royal

Quellen

  1. Sonstige · abgerufen 06.11.2026
  2. TotalCare – Rolls Royce
    Sonstige · abgerufen 06.11.2026
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Redaktionell geprüft Stand: 07.11.2026
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