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Potsdam baut eine digitale Talentroute: Vom offenen Technik-Lab bis zur Informatik-Olympiade

Bestätigte Informationen

Was ist passiert?

Am 29. September 2026 ist am Hasso-Plattner-Institut das Schülerkolleg für das Schuljahr 2026/27 gestartet.

Das Programm läuft bis Ende Juni 2027.

Parallel bereitet das HPI bereits weitere Angebote vor.

Am 12. November beginnt das fünfmonatige Digitalkolleg.

Am 27. November folgt die nächste Code Night.

Und für 2027 stehen sowohl die nächste Informatik-Olympiade Brandenburg als auch die internationale Informatik-Olympiade auf dem Programm.

Damit entsteht etwas, das über einen einzelnen Informatikworkshop hinausgeht.

Jugendliche bekommen unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten.

Nicht jeder muss sofort fortgeschritten programmieren können.

Einige Angebote richten sich an Einsteiger, andere bewusst an Jugendliche mit bereits größerer Erfahrung und wieder andere an diejenigen, die sich mit starken Gleichgesinnten messen wollen.

Talentförderung wird dadurch nicht zu einem einzigen Kurs.

Sie wird zu einer Route.

Ganz am Anfang steht teilweise einfach: ausprobieren

Das zeigt besonders gut das Jugend-hackt-Lab Potsdam.

Im MakeSpace der Medienwerkstatt können Jugendliche eigene technische Projekte umsetzen.

Dort stehen Möglichkeiten von:

Programmierung, über Elektronik, bis zu 3D-Druck, Lasercutting und digitaler Produktion zur Verfügung.

Vorkenntnisse sind ausdrücklich nicht notwendig.

Das Konzept ist bewusst offen:

Jugendliche können eigene Ideen mitbringen... oder erst vor Ort herausfinden, was sie interessiert.

Die regelmäßig stattfindende „playground! - Technik-Spielwiese“ setzt genau dort an.

Jugendliche ungefähr zwischen 14 und 18 Jahren können programmieren, Hardware ausprobieren, löten, gestalten oder mit digitalen Fertigungswerkzeugen experimentieren.

Die Treffen finden ungefähr alle zwei Wochen statt. Für Oktober, November und Dezember 2026 sind weitere Termine angekündigt.

Das ist ein entscheidender Einstieg, denn Talentförderung beginnt nicht immer mit:

„Du bist besonders gut. Hier ist ein Spezialprogramm.“

Manchmal beginnt sie mit:

„Probier es einfach einmal aus.“

Und wer mehr möchte, bekommt die nächste Stufe

Genau hier wird das HPI interessant.

Die Schülerakademie bietet nicht nur ein einziges Programm.

Sie unterscheidet nach:

Alter, Kenntnisstand, Dauer und Format.

Das Digitalkolleg 2026/27 startet am 12. November.

Über fünf Monate beschäftigen sich Jugendliche mit Themen wie:

Python, Webseitengestaltung, Game Design und künstlicher Intelligenz.

Die Arbeitsgruppen treffen sich wöchentlich online. Das Programm richtet sich laut HPI an Einsteiger ebenso wie an bereits erfahrenere Jugendliche.

Das ist ein anderer Bildungsansatz als ein einmaliges Event.

Fünf Monate bedeuten:

wiederkommen, weiterlernen, Fragen stellen, Fehler machen, Fortschritte sehen, mit denselben Menschen weiterarbeiten.

Und genau dort kann aus Interesse langsam Kompetenz entstehen.

Danach kommt nicht die Klausur... sondern das eigene Projekt

Besonders interessant ist die HPI Code Night am 27. November, denn dort geht es nicht darum, eine Nacht lang Unterricht zu bekommen.

Jugendliche ab 16 Jahren mit erweiterten Programmierkenntnissen entwickeln gemeinsam eigene Softwareprojekte.

HPI-Studierende begleiten die Teams und unterstützen sie bei der Umsetzung.

Die Zahl der Plätze ist auf rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt.

Das verändert erneut die Rolle.

Aus:

„Lerne Programmierung.“

wird:

„Benutze Programmierung, um selbst etwas zu bauen.“

Und genau dieser Übergang ist für Innovationsbildung entscheidend, denn Technologiekompetenz zeigt sich irgendwann nicht mehr nur darin, dass jemand einen Befehl kennt.

Sondern:

Was macht er damit?

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ROQ Einordnung – Warum ist diese Nachricht wichtig?

Potsdam zeigt damit etwas, das bei Nachwuchsförderung häufig unterschätzt wird.

Ein einzelner Kontakt kann Begeisterung erzeugen, aber Begeisterung allein reicht nicht.

Ein Jugendlicher kann nach einem Workshop nach Hause gehen und denken:

„Programmieren ist spannend.“

Die entscheidende Frage lautet dann:

Und morgen?

Wo kann er weitermachen?

Wer beantwortet Fragen?

Wo trifft er andere Jugendliche, die dasselbe interessiert?

Wo kann er ein eigenes Projekt entwickeln?

Wo kann er feststellen, wie gut er tatsächlich werden kann?

Genau deshalb ist eine Kette von Angeboten interessanter als das einzelne Event.

Offenes Lab, längerfristiges Kolleg, Softwareprojekt, Wettbewerb, Studienorientierung, vielleicht später Studium oder Gründung.

Nicht jeder muss die gesamte Strecke gehen, aber für diejenigen, die weiter wollen, darf der Weg nicht nach der ersten Tür enden.

Talententwicklung funktioniert wie ein Levelsystem

Man könnte es fast wie ein Spiel betrachten.

Level 1: ausprobieren.

Noch keine Vorkenntnisse, einfach entdecken.

Level 2: Grundlagen entwickeln.

Programmieren lernen, Software verstehen, erste Projekte.

Level 3: selbst bauen.

Eine Anwendung, ein Spiel, ein eigenes Softwareprojekt.

Level 4: vertiefen.

Algorithmen, anspruchsvollere Informatik, Arbeiten mit Gleichgesinnten.

Level 5: Wettbewerb.

Probleme lösen, die nicht mehr offensichtlich sind und dann möglicherweise:

Studium, Forschung, Start-up, Unternehmen.

Genau dieses Prinzip macht Talentförderung skalierbarer.

Nicht alle bekommen dasselbe Programm.

Jeder bekommt eine nächste Herausforderung, wenn er bereit dafür ist.

Und das ist etwas anderes als Eliteförderung

Man könnte bei Informatik-Olympiaden schnell denken:

Das betrifft nur Hochbegabte, aber eine Talentroute darf nicht erst bei der Elite beginnen, deshalb ist der offene Einstieg so wichtig.

Im Jugend-hackt-Lab sind ausdrücklich keine Vorkenntnisse nötig.

Das HPI weist beim Digitalkolleg ebenfalls darauf hin, dass auch Jugendliche willkommen sind, die Informatik nicht als Schulfach haben und sich Kenntnisse auf anderen Wegen angeeignet haben.

Das bedeutet:

Der Ausgangspunkt muss nicht sein:

„Du wurdest bereits als Talent erkannt.“

Der Ausgangspunkt kann sein:

„Du bist neugierig.“

Erst danach zeigt sich, wie weit jemand gehen möchte.

Genau deshalb passt Potsdam anders in unsere Deutschlandserie

Coburg haben wir über frühe Wissenschaftsbegegnung erzählt.

Berlin über:

Probleme erkennen und Lösungen bauen.

NRW über:

langfristiges Lernen und Wissen weitergeben.

Hamburg über:

Making in Schulen verbreiten.

Jena über:

eigene Forschungsfragen entwickeln.

Potsdam sollte deshalb nicht noch einmal erzählen:

Kinder betreten eine Hochschule.

Potsdams eigenes Thema lautet:

Talent bekommt eine nächste Stufe.

Und noch eine. Und noch eine. Bis aus Neugier irgendwann echte Spezialisierung entstehen kann.

Auswirkungen auf Unternehmen, Arbeitnehmer und Kommunen

Für Unternehmen: Fachkräfte entstehen lange vor der Bewerbung

Wenn ein Technologieunternehmen heute einen Softwareentwickler sucht, beginnt die Geschichte dieses Mitarbeiters nicht mit der Stellenanzeige.

Vielleicht hat er mit 14 ein Spiel programmiert.

Mit 15 im Makerspace gelötet.

Mit 16 eine Code Night besucht.

Mit 17 an einem Informatikwettbewerb teilgenommen.

Mit 18 Informatik studiert.

Mit 22 ein eigenes Projekt gestartet.

Unternehmen sehen häufig nur das Ende dieser Entwicklungskette.

Den fertigen Bewerber.

Aber eine Innovationsregion muss den Anfang mitdenken, denn ein Standort kann Fachkräfte nicht einfach irgendwann bestellen.

Er kann Bedingungen schaffen, unter denen junge Menschen:

Interesse entwickeln, Kompetenz aufbauen, Netzwerke finden und schließlich berufliche Perspektiven sehen.

Genau darin liegt die wirtschaftliche Bedeutung solcher Programme.

Unternehmen brauchen nicht nur mehr Informatiker... sondern Menschen, die selbst Probleme lösen

Die HPI Code Night zeigt außerdem, welche Art Kompetenz künftig wichtiger wird.

Nicht:

„Kannst du Programmiersprache X auswendig?“

Sondern:

„Kannst du aus Technologie etwas bauen?“

KI verändert Programmierung bereits.

Code lässt sich immer stärker generieren.

Standardaufgaben können automatisiert werden.

Dadurch verliert informatisches Verständnis nicht an Bedeutung.

Im Gegenteil.

Wichtiger werden:

Probleme definieren, Architekturen verstehen, Ergebnisse prüfen, Algorithmen auswählen, Systeme verbinden, Fehler erkennen und beurteilen, ob eine automatisch erzeugte Lösung überhaupt sinnvoll ist.

Genau deshalb erklärte das HPI im Zusammenhang mit der kommenden Internationalen Informatik-Olympiade, dass es gerade im Zeitalter generativer KI wichtig bleibe, dass junge Menschen selbst algorithmische Lösungen entwickeln und eigenständig denken.

Für Arbeitnehmer: Lernen endet nicht mit dem Abschluss

Potsdams Modell zeigt gleichzeitig etwas, das nicht nur für Jugendliche gilt.

Die Arbeitswelt der Zukunft wird weniger linear.

Einmal Informatik gelernt und dreißig Jahre dieselben Werkzeuge benutzt?

Unwahrscheinlich.

Programmiersprachen ändern sich.

KI verändert Entwicklungsprozesse.

Cloudarchitekturen entwickeln sich weiter.

Neue Sicherheitsprobleme entstehen.

Technologien verschwinden.

Neue kommen hinzu.

Der entscheidende Vorteil wird deshalb zunehmend:

lernen können.

Genau das trainieren solche Strukturen bereits früh.

Nicht nur eine Antwort auswendig lernen.

Sondern:

neues Thema verstehen, selbst ausprobieren, mit anderen arbeiten, scheitern, verbessern, wieder anfangen.

Diese Lernfähigkeit ist langfristig möglicherweise wertvoller als einzelne Softwarekenntnisse.

Für Kommunen: Nachwuchsförderung ist Standortentwicklung

Für Städte und Regionen steckt darin ein weiterer Punkt.

Talentförderung ist nicht nur Bildungspolitik.

Sie kann Teil von Standortentwicklung sein.

Wenn junge Menschen früh:

Hochschulen, Technologieunternehmen, Forschungsinstitute, Makerspaces und Gleichgesinnte kennenlernen, entsteht eine Beziehung zum Standort.

Sie wissen:

Hier kann ich etwas machen.

Das garantiert natürlich nicht, dass sie später dort bleiben, aber ein Standort, der jungen Talenten keine Perspektive zeigt, kann kaum erwarten, dass sie später automatisch zurückkommen.

Potsdam baut deshalb nicht nur Informatikprogramme.

Es baut auch eine Geschichte darüber:

Digitale Zukunft kann hier stattfinden.

Neutrale Einordnung

Chancen & Risiken

Potenziale und mögliche Zielkonflikte werden bewusst nebeneinandergestellt.

Chancen

Wie weit diese Route reichen kann, zeigt der Blick auf 2027.

Seit 2017 veranstalten HPI, Universität Potsdam und Partner bereits jedes Jahr eine Informatik-Olympiade Brandenburg.

Jugendliche lösen dabei über zwei Tage theoretische und praktische Aufgaben aus der Informatik. Die nächste Ausgabe ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.

Doch 2027 kommt eine völlig andere Größenordnung hinzu.

Vom 12. bis 19. September 2027 richtet das HPI gemeinsam mit den Bundesweiten Informatikwettbewerben die International Olympiad in Informatics aus.

Erwartet werden rund 400 Schülerinnen und Schüler aus fast 100 Ländern.

Die IOI gehört zu den bedeutendsten internationalen Schülerwettbewerben der Informatik.

Deutschland war zuletzt 1992 Gastgeber.

Nach 35 Jahren kommt die Veranstaltung zurück.

Für Jugendliche in Brandenburg entsteht damit eine ungewöhnliche Situation.

Die internationale Informatikspitze kommt praktisch vor ihre Haustür.

Das kann Vorbilder schaffen.

Nicht als unerreichbare Internetstars, sondern als Jugendliche im selben Alter.

Internationale Talente werden gleichzeitig auf Deutschland aufmerksam

Der Effekt funktioniert auch in die andere Richtung.

400 starke Nachwuchsinformatiker aus fast 100 Staaten reisen nach Deutschland.

Sie erleben:

HPI, Potsdam, deutsche Forschung, Studienmöglichkeiten, Unternehmen.

Vielleicht entscheidet sich später jemand:

Hier möchte ich studieren.

Vielleicht jemand anderes:

Hier möchte ich forschen.

Oder:

Hier möchte ich ein Unternehmen aufbauen.

Ob daraus messbare langfristige Effekte entstehen, wissen wir heute natürlich nicht.

Aber genau so funktioniert Standortmarketing im Technologiesektor:

Nicht nur Werbung schalten.

Menschen den Standort erleben lassen.

Risiken

Je anspruchsvoller Programme werden, desto größer wird ein Risiko.

Es nehmen diejenigen teil, die ohnehin bereits:

technikaffine Eltern, gute Schulen, eigene Computer, Zeit, Unterstützung und Selbstvertrauen besitzen.

Dann findet Talentförderung statt, aber sie findet immer wieder bei denselben gesellschaftlichen Gruppen statt.

Deshalb ist der offene Einstieg entscheidend.

Keine Vorkenntnisse, niedrige Zugangshürden, öffentliche Räume, digitale Programme, Angebote über Schulen, denn Spitzenförderung funktioniert langfristig nur, wenn die Basis breit genug ist.

Man kann keine Spitze finden, wenn man vorher nur in einem kleinen Teil der Bevölkerung sucht.

Das zweite Risiko: Wettbewerb darf nicht zum einzigen Maßstab werden

Informatik-Olympiaden sind hervorragend für Jugendliche, die Freude an algorithmischen Herausforderungen und Wettbewerb besitzen.

Aber nicht jeder gute Entwickler ist ein Wettbewerbsmensch.

Manche bauen lieber Produkte.

Andere gestalten Interfaces.

Andere interessieren sich für Cybersecurity.

KI, Hardware, Games, Robotics, Design, Daten, Unternehmertum.

Genau deshalb ist das breite Spektrum der Potsdamer Angebote wichtig.

Nicht:

Alle müssen zur Olympiade.

Sondern:

Wer weitergehen möchte, braucht unterschiedliche Wege.

Das dritte Risiko: Informatikbildung darf nicht nur Programmieren heißen

Auch das wird in Zukunft entscheidend.

Programmieren bleibt wichtig, aber KI verändert die Disziplin.

Jugendliche müssen zunehmend ebenso verstehen:

Was machen Daten?

Wie funktionieren Algorithmen?

Wie überprüfe ich KI-Ergebnisse?

Was bedeutet Datenschutz?

Wie sicher ist ein System?

Wie gestalte ich Technologie für Menschen?

Welche gesellschaftlichen Folgen besitzt sie?

Das HPI-Digitalkolleg nimmt deshalb beispielsweise neben Python und Webentwicklung inzwischen auch KI in sein Programm auf.

Die nächste Generation sollte Technologie nicht nur bedienen.

Sie muss lernen, sie zu verstehen und zu hinterfragen.

Perspektivenwechsel

Wir sprechen häufig davon:

Talente finden.

Vielleicht ist das die falsche Vorstellung.

Ein Talent sitzt nicht zwangsläufig irgendwo mit einem Schild:

„Ich bin hervorragend in Informatik.“

Vielleicht hat es Informatik noch nie ausprobiert.

Vielleicht besitzt es in der Schule gar kein entsprechendes Fach.

Vielleicht denkt es selbst:

„Das kann ich bestimmt nicht.“

Dann können wir lange suchen.

Wir werden es nicht finden.

Die bessere Strategie könnte deshalb lauten:

Genügend Wege bauen, auf denen Talente sich selbst entdecken können.

Offener Technikraum, Programmierkurs, Projekt, Mentor, Wettbewerb, Hochschule.

Der Jugendliche bewegt sich und irgendwann merkt er selbst:

Moment. Ich bin darin wirklich gut.

Das ist Talententwicklung.

Genau deshalb ist Potsdam interessant

Nicht weil dort ein einzelnes spektakuläres Jugendprojekt existiert, sondern weil verschiedene Stufen nebeneinander entstehen.

Jugend hackt:

frei ausprobieren.

HPI-Schülerakademie:

systematisch lernen.

Code Night:

selbst entwickeln.

Digitalkolleg:

über Monate vertiefen.

Informatik-Olympiade Brandenburg:

sich herausfordern.

Internationale Informatik-Olympiade:

Weltspitze erleben.

Das ergibt eine Route:

Neugier → Kompetenz → Projekt → Vertiefung → Exzellenz.

Was wir wissen

Das HPI-Schülerkolleg 2026/27 läuft seit 29. September 2026 und endet im Juni 2027. Daneben bietet die HPI-Schülerakademie zahlreiche weitere Formate für unterschiedliche Erfahrungsstufen an.

Am 12. November 2026 beginnt das fünfmonatige HPI-Digitalkolleg mit Themen wie Python, Webdesign, Game Design und KI.

Am 27. November findet die Code Night statt, bei der bis zu rund 30 Jugendliche ab 16 Jahren gemeinsam eigene Softwareprojekte entwickeln.

In Potsdam existiert parallel ein Jugend-hackt-Lab mit offenen Technikangeboten, bei denen Jugendliche ohne notwendige Vorkenntnisse programmieren, Hardware ausprobieren oder mit digitaler Fertigung arbeiten können.

Seit 2017 gibt es außerdem eine jährliche Informatik-Olympiade Brandenburg.

Vom 12. bis 19. September 2027 findet am HPI die Internationale Informatik-Olympiade mit rund 400 Jugendlichen aus fast 100 Staaten statt.

Was noch unklar ist

Wir wissen nicht, wie viele Jugendliche tatsächlich mehrere dieser Stufen durchlaufen.

Es existiert keine belastbare Zahl, die uns sagt:

Wie viele Teilnehmer eines offenen Labs später das Schülerkolleg besuchen.

Wie viele anschließend Informatik studieren.

Wie viele Unternehmen gründen, oder wie viele dauerhaft in Brandenburg bleiben.

Deshalb wäre es zu weitgehend zu behaupten:

Potsdam besitzt bereits eine perfekte Talentpipeline.

Was wir sehen, sind die Bausteine dafür.

Und genau diese Unterscheidung ist wichtig.

Was als Nächstes wichtig wird

Die spannende Frage lautet jetzt:

Wie gut lassen sich diese Angebote miteinander verbinden?

Kann ein Jugendlicher nach dem ersten offenen Technikprojekt erfahren, welches nächste Angebot zu ihm passt?

Können Schulen Jugendliche gezielt weitervermitteln?

Können Hochschulen und Unternehmen anschließend Anschlussmöglichkeiten schaffen?

Können Jugendliche außerhalb Potsdams über digitale Angebote ebenfalls teilnehmen?

Und vor allem:

Werden auch junge Menschen erreicht, die bislang überhaupt keinen Zugang zur Informatikwelt besitzen?

Wenn das gelingt, entsteht mehr als ein Veranstaltungsprogramm.

Dann entsteht tatsächlich eine Talentroute.

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Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen Nachwuchsförderung und Nachwuchssystem.

Ein Workshop sagt:

„Schau, Informatik kann spannend sein.“

Ein System sagt:

„Wenn du weitermachen möchtest, ist hier deine nächste Tür.“

Und danach noch eine.

Und noch eine.

Potsdam besitzt inzwischen bemerkenswert viele solcher Türen.

Vom offenen Technikraum ohne notwendige Vorkenntnisse über mehrmonatige Informatikprogramme bis zur regionalen und künftig internationalen Wettbewerbsebene.

Nicht jeder Jugendliche muss bis zur Informatik-Olympiade gehen.

Darum geht es nicht.

Einige programmieren vielleicht später Spiele.

Andere Maschinen.

Andere entwickeln KI.

Einige gründen Unternehmen.

Andere wechseln irgendwann in ein vollkommen anderes Gebiet.

Der entscheidende Punkt ist:

Sie bekommen die Gelegenheit herauszufinden, wie weit ihr Interesse reicht.

Und vielleicht ist das genau die Art Talentförderung, die wir für eine innovationsfähige Gesellschaft brauchen.

Nicht mit 12 entscheiden:

Du bist ein Talent. Du nicht.

Sondern mit 12 sagen:

Probier es aus.

Mit 14:

Willst du tiefer gehen?

Mit 16:

Bau selbst etwas.

Und irgendwann:

Wenn du wirklich gut werden möchtest... hier wartet die nächste Herausforderung.

Autor

Michael Langner

Gründer & CEO von Cast Royal
Verantwortliche Redaktion

Michael Langner

Gründer & CEO von Cast Royal

Quellen

  1. Sonstige · veröffentlicht 15.09.2026 · abgerufen 04.10.2026
  2. App statt Aufsatz schreiben – Hasso Plattner Institut
    Fachmedium · abgerufen 04.10.2026
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Redaktionell geprüft Stand: 05.10.2026
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