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Wenn Jugendliche selbst zu MINT-Lehrern werden: Wuppertal baut eine Lernkette von vier bis zwanzig

Bestätigte Informationen

Was ist passiert?

Die Jugendlichen aus Kerpen besuchten die Junior Uni Wuppertal für einen zweitägigen MINT Coach-Campus.

Dort lernten sie neue Experimente und didaktische Methoden kennen.

Anschließend wurde das Gelernte direkt ausprobiert.

Kinder der Grundschule Donarstraße kamen in die Junior Uni und durchliefen Experimentierstationen, die von den Jugendlichen betreut wurden.

Dabei ging es beispielsweise um die Funktionsweise eines Kompasses oder darum, warum die Flüssigkeit eines Textmarkers unter UV-Licht leuchtet.

Das Entscheidende:

Die Jugendlichen stehen nicht daneben und beobachten einen Lehrer.

Sie erklären selbst.

Sie beantworten Fragen.

Sie motivieren.

Sie müssen reagieren, wenn ein Kind etwas nicht versteht.

Und sie müssen naturwissenschaftliche Zusammenhänge so erklären, dass ein Grundschüler sie nachvollziehen kann.

Die Junior Uni möchte das Konzept nun auch stärker im Bergischen Land verbreiten und gemeinsam mit interessierten Schulen weitere MINT-Coaches ausbilden.

Dahinter steckt eine ungewöhnliche Bildungseinrichtung

Die Junior Uni Wuppertal ist keine klassische Hochschule.

Sie ist ein außerschulischer Lernort für Kinder und Jugendliche zwischen vier und zwanzig Jahren.

Die Angebote ergänzen Kita und Schule freiwillig.

Dabei soll gerade kein klassischer Frontalunterricht stattfinden.

Kinder sollen selbst:

experimentieren, forschen, entdecken und eigene Interessen verfolgen.

Die Altersgruppen beginnen bereits mit vier bis sechs Jahren und reichen bis zu jungen Erwachsenen zwischen 14 und 20, damit entsteht etwas, das wir bei unseren bisherigen Beiträgen noch nicht hatten:

eine nahezu durchgängige außerschulische Bildungsstruktur vom Kindergartenalter bis zum Berufseinstieg.

Und das Wintersemester läuft gerade an

Am 21. September 2026 startete das aktuelle Wintersemester der Junior Uni und läuft bis zum 20. Februar 2027.

Das Programm zeigt ziemlich gut, wie breit dieser Ansatz inzwischen gedacht wird.

Für kleine Kinder gibt es beispielsweise naturwissenschaftliche Entdeckerkurse.

Grundschüler können sich mit Mathematik, Biologie oder Programmierung beschäftigen.

Und dann taucht plötzlich etwas auf, was man bei Sieben- bis Zehnjährigen vielleicht nicht sofort erwarten würde:

Industrierobotik.

Grundschulkinder steuern echte Industrieroboter

In der aktuellen Industrieroboter-Werkstatt lernen Dritt- und Viertklässler, wie industrielle Roboter funktionieren.

Die Kinder bedienen die Systeme selbst und geben ihnen Aufgaben.

Die Roboter sollen beispielsweise Gegenstände:

greifen, bewegen und platzieren.

Anschließend bauen die Kinder in der Werkstatt noch eigene Robotermodelle aus Holz. Der Kurs entsteht gemeinsam mit der Heinz Berger Maschinenfabrik und TechniSat Digital.

Für Kinder zwischen sieben und zehn Jahren existieren ebenfalls entsprechende Angebote, bei denen Industrieroboter gesteuert und ausprobiert werden.

Das ist bemerkenswert, denn über Industrie 4.0 wird normalerweise in:

Unternehmen, Messen, Hochschulen oder Wirtschaftskonferenzen gesprochen.

In Wuppertal steht ein Grundschulkind davor und sagt dem Roboter:

Beweg diesen Gegenstand dorthin.

Das verändert den Zugang zur Technologie fundamental.

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ROQ Einordnung – Warum ist diese Nachricht wichtig?

Wir sprechen häufig darüber:

Wie bringen wir Kindern MINT näher?

Das klingt schnell danach, als müssten Erwachsene Kindern erklären, warum Technik interessant sein sollte.

Vielleicht funktioniert es anders besser.

Gebt ihnen die Technologie.

Lasst sie ausprobieren, eine Maschine steuern, etwas bauen, ein Experiment durchführen, eine Frage stellen, dann entsteht Interesse möglicherweise von selbst.

Die Junior Uni arbeitet genau mit dieser Philosophie.

Kinder sollen nicht ausschließlich Antworten bekommen.

Sie sollen eigene Erfahrungen sammeln und mit den MINT-Coaches kommt jetzt eine zweite Ebene hinzu.

Kinder lernen nicht mehr ausschließlich von Erwachsenen.

Sie lernen von Jugendlichen.

Warum Jugendliche besondere Botschafter sein können

Ein 10-jähriges Kind erlebt einen 17-jährigen Schüler anders als einen Professor oder Lehrer.

Der Altersabstand ist geringer.

Der Jugendliche wirkt erreichbarer.

Vielleicht entsteht dadurch ein Gedanke:

„Wenn der das kann, könnte ich das irgendwann vielleicht auch.“

Gleichzeitig verändert sich die Rolle des älteren Jugendlichen.

Wer etwas erklären möchte, muss es selbst verstanden haben.

Das kennt jeder, der einmal versucht hat, jemand anderem ein kompliziertes Thema wirklich einfach zu erklären.

Plötzlich reicht es nicht mehr, eine Formel auswendig zu kennen.

Man muss verstehen:

Warum funktioniert sie?

Welche Frage könnte kommen?

Wie erkläre ich es anders?

Damit profitieren möglicherweise beide Seiten.

Die Grundschulkinder entdecken Wissenschaft.

Die Jugendlichen entwickeln:

Kommunikation, Verantwortung, Teamfähigkeit und ein tieferes Verständnis ihrer eigenen Kenntnisse.

Die Junior Uni beschreibt genau diese Effekte bei den MINT-Coaches: Die Jugendlichen erklären, motivieren, hören zu, beantworten Fragen und arbeiten gemeinsam im Team.

Das ist eine Lernkette

Und genau hier wird dieses Projekt für ROQ NEWS besonders interessant.

Normalerweise denken wir Bildung linear:

Lehrer → Schüler.

Universität → Student.

Ausbilder → Azubi.

Hier entsteht etwas anderes:

Kind lernt → Jugendlicher lernt → Jugendlicher vermittelt → jüngeres Kind entdeckt.

Wissen beginnt zu zirkulieren und damit entsteht ein Multiplikatoreffekt.

Ein Dozent bildet zehn Jugendliche aus.

Diese zehn Jugendlichen arbeiten anschließend vielleicht mit hundert Kindern.

Einige dieser Kinder werden später möglicherweise selbst Mentoren.

Dann wächst das System nicht ausschließlich dadurch, dass immer mehr professionelle Lehrkräfte eingestellt werden.

Es wächst auch dadurch, dass Teilnehmer später selbst zu Vermittlern werden.

Das erinnert stark an Innovationsökosysteme

Genau dieses Muster sehen wir übrigens auch bei erfolgreichen Start-up-Regionen.

Ein Unternehmer gründet ein Unternehmen.

Später investiert er in andere Gründer.

Diese Unternehmer unterstützen wiederum die nächste Generation.

Erfahrung wird weitergegeben.

Das Ökosystem verstärkt sich selbst.

Bei Bildung könnte ein ähnliches Prinzip gelten.

Ein Kind entdeckt Technik.

Einige Jahre später unterstützt es jüngere Kinder.

Später wird daraus vielleicht:

ein Auszubildender, eine Ingenieurin, eine Gründerin, ein Lehrer, ein Entwickler.

Und vielleicht gibt dieser Mensch irgendwann wieder etwas zurück.

Das ist wesentlich stärker als ein einzelner Aktionstag.

Auswirkungen auf Unternehmen, Arbeitnehmer und Kommunen

Für Unternehmen: Industrie wird für Kinder sichtbar

Besonders interessant ist die Verbindung der Junior Uni mit Unternehmen.

Die Industrierobotik-Kurse werden beispielsweise gemeinsam mit regionalen Unternehmenspartnern angeboten, damit passiert etwas anderes als klassische Berufsorientierung.

Niemand sagt einem Achtjährigen:

„Werde später Maschinenbauingenieur.“

Das wäre viel zu früh.

Das Kind erlebt einfach:

So sieht ein Industrieroboter aus.

So funktioniert er.

So kann ich ihn steuern.

Plötzlich besitzt das Wort „Industrie“ ein Bild.

Und vielleicht Jahre später eine Erinnerung:

Das hat mir damals Spaß gemacht.

Für Unternehmen könnte genau diese frühe Erfahrung langfristig wertvoll sein.

Nicht als Kinder-Recruiting, sondern als Aufbau von technischem Interesse innerhalb einer Region.

Fachkräftesicherung beginnt vor der Ausbildung

Wenn Unternehmen über Fachkräfte sprechen, liegt der Fokus häufig auf den letzten Metern.

Ausbildungsmesse, Jobportal, Hochschulmarketing, Recruiting, aber die Entscheidung, ob sich ein Mensch Technik überhaupt zutraut, kann viel früher entstehen.

Vielleicht mit acht, vielleicht mit zwölf.

Ein Unternehmen kann deshalb regionalen Fachkräftenachwuchs nicht einfach bestellen.

Eine Region muss über Jahre Interesse, Fähigkeiten und Möglichkeiten aufbauen.

Genau deshalb sind Angebote wie KinderUni, Maker Education und Junior Uni wirtschaftlich interessanter, als es auf den ersten Blick erscheint.

Für Arbeitnehmer: nicht jeder Lernweg muss formal sein

Auch für die Arbeitswelt steckt darin eine wichtige Erkenntnis.

Wir verbinden Lernen häufig mit:

Schulabschluss, Ausbildung, Studium, Zertifikat, aber ein großer Teil menschlicher Fähigkeiten entsteht außerhalb solcher formalen Systeme.

Ein Jugendlicher, der jüngeren Kindern naturwissenschaftliche Experimente erklärt, entwickelt Fähigkeiten, die später in fast jedem Beruf wichtig sind.

Komplexe Inhalte vereinfachen, mit Menschen kommunizieren, auf unerwartete Fragen reagieren, eigenständig Verantwortung übernehmen, im Team arbeiten.

Die Jugendlichen erhalten dabei möglicherweise kein klassisches Schulfach „MINT-Coach“, ber sie entwickeln reale Kompetenzen nd genau deshalb werden außerschulische Lernorte langfristig wichtiger.

Für Kommunen: Nicht jedes Bildungsangebot muss staatlich aufgebaut werden

Wuppertal zeigt außerdem ein anderes interessantes Modell.

Die Junior Uni ist nach eigenen Angaben fast ausschließlich privat finanziert.

Stiftungen, Unternehmen, Fördervereine und Privatpersonen tragen die Einrichtung mit. Die Kursgebühren für Kinder werden bewusst niedrig gehalten, damit der Zugang nicht vom Einkommen der Eltern abhängen soll.

Das ist bemerkenswert.

Denn es zeigt:

Eine Region muss Innovationsbildung nicht ausschließlich über klassische Schulstrukturen organisieren.

Unternehmen.

Stiftungen.

Bürger.

Bildungseinrichtungen.

Schulen.

Hochschulen.

können gemeinsam zusätzliche Lernräume schaffen.

Das bedeutet nicht, öffentliche Bildung zu ersetzen.

Die Junior Uni selbst versteht sich ausdrücklich als Ergänzung zu Kita und Schule.

Aber genau solche Ergänzungen können Lücken schließen, die klassischer Unterricht allein kaum abdecken kann.

Ein Bildungsökosystem statt einer einzelnen Einrichtung

Besonders interessant wird es, wenn solche Orte miteinander verbunden werden.

Kita.

Schule.

Junior Uni.

Makerspace.

Unternehmen.

Hochschule.

Jugendzentrum.

Ausbildung.

Dann muss nicht jede Einrichtung alles können.

Die Schule vermittelt Grundlagen.

Die Junior Uni ermöglicht Experimente.

Unternehmen bringen reale Technologie ein.

Hochschulen öffnen Forschung.

Und Jugendliche geben Wissen an jüngere Kinder weiter.

Das ist kein einzelnes Bildungsprodukt.

Das ist ein Ökosystem.

Neutrale Einordnung

Chancen & Risiken

Potenziale und mögliche Zielkonflikte werden bewusst nebeneinandergestellt.

Chancen

Der MINT-Coach-Ansatz besitzt einen enormen Vorteil.

Er ist potenziell skalierbar, denn ein Jugendlicher kann Wissen weitergeben.

Wenn hundert Jugendliche als Coaches ausgebildet werden und jeder anschließend mit zehn Kindern arbeitet, entstehen tausend zusätzliche Kontakte mit Naturwissenschaft und Technik.

Das ist nur ein Rechenbeispiel und keine Prognose, aber es zeigt den Mechanismus.

Talentförderung kann sich vervielfachen, wenn junge Menschen selbst Teil des Systems werden.

Und möglicherweise verändert das sogar ihre eigene Entwicklung stärker als ein normaler Kurs.

Denn wer Verantwortung bekommt, erlebt:

Mein Wissen ist wertvoll. Andere hören mir zu. Ich kann etwas erklären. Ich kann jemanden für ein Thema begeistern.

Das kann Selbstvertrauen schaffen.

Die Junior Uni erreicht außerdem unterschiedliche Altersstufen

Die Spannweite von vier bis zwanzig Jahren ist dabei besonders interessant.

Ein Kind kann theoretisch über viele Jahre immer wieder neue Angebote besuchen.

Mit fünf:

Naturphänomene entdecken.

Mit acht:

experimentieren.

Mit zehn:

Robotik.

Mit zwölf:

programmieren.

Mit sechzehn:

KI oder Design Thinking.

Mit siebzehn:

vielleicht selbst Coach werden.

Auf der aktuellen Homepage werden für Jugendliche ab 14 beispielsweise offene Formate angekündigt, in denen Themen wie Deepfakes und KI, Design Thinking, Recht sowie Geld und Finanzen diskutiert werden können.

Das bedeutet:

Das System wächst inhaltlich mit dem Alter mit.

Genau das unterscheidet eine dauerhafte Bildungsstruktur von einem einmaligen Kinder-Wissenschaftstag.

Risiken

Auch dieses Modell besitzt Grenzen.

Wer freiwillig eine Junior Uni besucht, bringt häufig bereits ein gewisses Interesse mit.

Eltern müssen von dem Angebot wissen.

Sie müssen Zeit haben.

Kinder müssen teilnehmen können.

Auch geringe Gebühren können für einzelne Familien eine Hürde darstellen.

Die Junior Uni versucht dieses Problem durch bewusst niedrige Kursgebühren, teilweise kostenlose Angebote und private Finanzierung zu reduzieren.

Trotzdem ersetzt ein außerschulischer Lernort keine flächendeckende Bildungsstruktur.

Die entscheidende Frage lautet deshalb:

Wie kommen solche Angebote zu Kindern, die niemals von selbst eine Junior Uni besuchen würden?

Genau hier werden Kooperationen mit Schulen besonders wichtig und deshalb ist der aktuelle MINT-Coach-Ansatz interessant.

Die Jugendlichen gehen selbst in Grundschulen.

Damit bewegt sich die Innovationserfahrung zum Kind.

Das zweite Risiko: schöne Experimente ohne Anschluss

Auch hier gilt:

Ein einzelnes Experiment kann begeistern, aber Interesse braucht Anschlussmöglichkeiten.

Was passiert nach dem MINT-Coach-Besuch?

Kann das Kind weiterforschen?

Gibt es einen Kurs?

Eine AG?

Einen Makerspace?

Ein Ferienangebot?

Eine weitere technische Erfahrung?

Genau deshalb ist Wuppertal interessant:

Der einmalige Kontakt kann an eine Einrichtung angebunden werden, die dauerhaft Angebote für verschiedene Altersgruppen besitzt.

So kann aus einem Impuls eine Lernbiografie werden.

Perspektivenwechsel

Nicht besser, aber anders.

Eine KinderUni sagt:

Schau einmal hinein in die Welt der Wissenschaft.

Eine Junior Uni sagt:

Komm wieder.

Und später:

Jetzt kannst du selbst jemand anderem etwas zeigen.

Das verändert die Rolle junger Menschen.

Zunächst sind sie Teilnehmer, dann Fortgeschrittene, dann möglicherweise Mentoren.

Das ist im Grunde dasselbe Prinzip, das wir von erfolgreichen Gemeinschaften und Innovationsökosystemen kennen:

Menschen wachsen nicht nur innerhalb des Systems... irgendwann tragen sie das System selbst mit.

Von Coburg über Berlin nach NRW

Damit ergibt sich aus unseren drei aktuellen Nachrichten inzwischen eine bemerkenswert klare Entwicklung.

Coburg: Entdecken.

Kinder betreten eine Hochschule und lernen Wissenschaft kennen.

Berlin: Gestalten.

Jugendliche suchen reale Probleme und bauen eigene technische Lösungen.

NRW: Weitergeben.

Jugendliche vermitteln Wissenschaft und Technik bereits an die nächste Altersgruppe.

Vielleicht ist genau das die Bildungsroute, über die wir viel häufiger sprechen sollten:

Entdecken → selbst machen → anderen zeigen.

Denn spätestens beim dritten Schritt entsteht mehr als persönliches Wissen.

Es entsteht Kultur.

Was wir wissen

Die Wuppertaler Junior Uni bietet freiwillige außerschulische Kurse für junge Menschen zwischen vier und zwanzig Jahren an. Der Ansatz setzt auf eigenes Experimentieren, Forschen und Entdecken statt ausschließlich auf Frontalunterricht.

Das Wintersemester 2026/27 begann am 21. September 2026 und läuft bis zum 20. Februar 2027.

Am 15. September berichtete die Junior Uni über Jugendliche des Europagymnasiums Kerpen, die als ehrenamtliche MINT-Coaches Experimentierangebote für Grundschulkinder durchführen. Die Junior Uni möchte das Modell nun auch mit Schulen im Bergischen Land weiterentwickeln.

Aktuell existieren außerdem Kurse, in denen Dritt- und Viertklässler beziehungsweise Sieben- bis Zehnjährige echte Industrieroboter bedienen und deren Einsatz kennenlernen.

Die Junior Uni ist nach eigenen Angaben fast ausschließlich privat finanziert und arbeitet mit Stiftungen, Unternehmen, Institutionen und weiteren Förderern zusammen.

Was noch unklar ist

Wir wissen nicht, wie viele Kinder später aufgrund dieser Angebote technische Berufe wählen.

Wir wissen nicht, ob ein früher Robotikkurs langfristig die Berufswahl verändert.

Und wir können nicht behaupten, dass eine Junior Uni allein regionale Fachkräfteprobleme lösen kann.

Der relevante Effekt liegt zunächst auf einer früheren Ebene:

Kinder erhalten Zugang.

Jugendliche sammeln Erfahrung.

Technologie verliert ihre Fremdheit.

Und junge Menschen bekommen Gelegenheiten, ihre eigenen Interessen überhaupt erst zu entdecken.

Die langfristige wirtschaftliche Wirkung müsste über Jahre untersucht werden.

Was als Nächstes wichtig wird

Besonders spannend wird deshalb, ob sich das MINT-Coach-Modell im Bergischen Land tatsächlich auf weitere Schulen ausbreitet, denn dann hätten wir ein interessantes Skalierungsmodell:

Junior Uni bildet Jugendliche aus.

Jugendliche gehen an Schulen.

Grundschulkinder experimentieren.

Einige davon besuchen anschließend weitere Angebote.

Später werden einige vielleicht selbst Coaches.

Dann würde Bildung nicht ausschließlich zentral an einem Standort stattfinden.

Die Junior Uni würde zu einem Knotenpunkt, von dem Wissen in die Region hineinwandert.

Und genau solche Netzwerke sind für Innovationsregionen interessant.

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Vielleicht unterschätzen wir Kinder regelmäßig.

Wir erklären ihnen lange, wie die Welt funktioniert.

Und irgendwann mit 18 sollen sie plötzlich:

selbstständig denken, Probleme lösen, Verantwortung übernehmen, innovativ sein und andere Menschen führen.

Wuppertal und Kerpen zeigen einen anderen Ansatz.

Ein Kind darf mit vier anfangen zu entdecken, mit acht einen Roboter steuern, mit zwölf experimentieren, als Jugendlicher komplexere Technologien kennenlernen und irgendwann selbst vor jüngeren Kindern stehen und sagen:

„Komm, ich zeige dir, wie das funktioniert.“

Vielleicht beginnt Führung genau dort.

Nicht mit einem Titel, sondern mit der Erfahrung:

Ich habe etwas verstanden... und ich kann einem anderen Menschen helfen, es ebenfalls zu verstehen.

Coburg öffnet Kindern die Welt der Wissenschaft.

Berlin lässt Jugendliche selbst Lösungen bauen.

NRW zeigt jetzt einen weiteren Schritt:

Die nächste Generation beginnt bereits, die Generation nach ihr mitzunehmen.

Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem aus einem Bildungsprojekt langsam ein Innovationsökosystem wird.

Autor

Michael Langner

Gründer & CEO von Cast Royal
Verantwortliche Redaktion

Michael Langner

Gründer & CEO von Cast Royal

Quellen

  1. Sonstige · veröffentlicht 15.09.2026 · abgerufen 22.09.2026
  2. Sonstige · abgerufen 22.09.2026
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Redaktionell geprüft Stand: 24.09.2026
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