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Produktivität statt nur mehr Arbeitsstunden: Warum Deutschlands nächster Aufschwung intelligenter werden muss

Analyse

Was ist passiert?

Im ersten Quartal 2026 waren rund 45,6 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig.

Das waren 157.000 Personen beziehungsweise 0,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Besonders im Verarbeitenden Gewerbe und im Bau sank die Beschäftigung.

Gleichzeitig arbeiteten die verbliebenen Erwerbstätigen im Durchschnitt etwas länger.

Nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stieg die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit je Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,3 Prozent auf rund 344 Stunden im Quartal.

Weil jedoch weniger Menschen beschäftigt waren, blieb das gesamte Arbeitsvolumen nahezu unverändert.

Deutschland arbeitete insgesamt also nicht wesentlich mehr Stunden.

Trotzdem stieg die preisbereinigte Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die Arbeitsproduktivität – gemessen als reales Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde – erhöhte sich um 0,5 Prozent. Je Erwerbstätigen stieg sie sogar um 0,8 Prozent.

Das ist noch kein großer Produktivitätssprung.

Aber die Entwicklung zeigt ein grundlegendes Prinzip:

Mehr Wirtschaftsleistung muss nicht ausschließlich dadurch entstehen, dass insgesamt mehr Stunden gearbeitet werden. Sie kann auch entstehen, wenn eine Arbeitsstunde mehr Wert erzeugt.

Genau diese Frage wird für Deutschland in den kommenden Jahren immer wichtiger.

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ROQ Einordnung – Warum ist diese Nachricht wichtig?

Deutschland altert.

In vielen Bereichen werden weniger Menschen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Gleichzeitig soll die Wirtschaft wachsen.

Soziale Sicherungssysteme müssen finanziert werden.

Unternehmen müssen international wettbewerbsfähig bleiben.

Löhne sollen steigen.

Investitionen müssen finanziert werden.

Wenn weniger Erwerbstätige verfügbar sind, gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten.

Menschen können länger arbeiten.

Die Erwerbsquote kann steigen.

Zuwanderung kann zusätzliche Arbeitskräfte bringen, oder dieselbe Arbeitszeit wird produktiver.

Realistisch wird Deutschland wahrscheinlich eine Kombination aus allen vier Faktoren benötigen.

Aber gerade der vierte Punkt wird in der politischen Debatte häufig unterschätzt:

Produktivität.

Ein einfaches Beispiel:

Wenn zehn Menschen jeweils acht Stunden arbeiten und in dieser Zeit 100 Produkte herstellen, entsteht eine bestimmte Wertschöpfung.

Arbeiten dieselben zehn Menschen neun Stunden und die Prozesse bleiben unverändert, steigt die Produktion möglicherweise etwas.

Aber dafür wurde zusätzliche Lebenszeit eingesetzt.

Wenn dieselben zehn Menschen mit besseren Maschinen, Software und Arbeitsabläufen innerhalb von acht Stunden 130 Produkte herstellen können, steigt die Wertschöpfung ohne proportional steigende Arbeitszeit.

Genau das ist Produktivitätswachstum.

Es bedeutet nicht zwingend:

schneller arbeiten.

Es kann bedeuten:

weniger suchen, weniger warten, weniger doppelt erfassen, weniger Fehler korrigieren, weniger Maschinenstillstand, weniger Bürokratie, weniger unnötige Meetings und mehr Zeit für tatsächlich wertschöpfende Tätigkeiten.

Das ist ein völlig anderer Ansatz als die reine Arbeitszeitdebatte.

Auswirkungen auf Unternehmen, Arbeitnehmer und Kommunen

Auswirkungen auf Unternehmen

Für Unternehmen ist Produktivität eine der entscheidenden Größen ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Ein Unternehmen kann seine Produktion erhöhen, indem es:

mehr Beschäftigte einstellt, längere Arbeitszeiten organisiert, mehr Maschinen kauft, oder bestehende Ressourcen intelligenter nutzt.

Gerade letzteres besitzt enormes Potenzial.

Ein Produktionsbetrieb kann beispielsweise Wartungsdaten auswerten und einen Maschinenausfall verhindern.

Ein Handwerksbetrieb kann Angebote automatisiert vorbereiten.

Ein Logistikunternehmen kann Fahrtrouten optimieren.

Eine Verwaltung kann Daten nur einmal erfassen und anschließend mehrfach nutzen.

Ein Händler kann Warenbestände besser prognostizieren.

Ein Unternehmen kann Wissen zentral verfügbar machen, anstatt dass Mitarbeiter jeden Tag Informationen zusammensuchen.

In all diesen Fällen arbeitet niemand zwangsläufig schneller.

Der Prozess erzeugt einfach weniger Reibungsverluste.

Eine aktuelle Studie von KfW Research und ZEW Mannheim zeigt genau diesen Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Produktivität. Unternehmen mit einem höheren Bestand an digitalem Kapital weisen im Durchschnitt eine höhere Produktivität auf. Ein um zehn Prozent höherer Digitalkapitalstock geht in der Untersuchung durchschnittlich mit einer um 0,159 Prozent höheren Produktivität einher. Besonders stark profitieren bereits stärker digitalisierte Unternehmen von weiteren Investitionen.

Digitalisierung ist damit nicht nur ein technisches Thema.

Sie ist Produktivitätspolitik.

Auswirkungen auf Arbeitnehmer

Für Arbeitnehmer ist dieser Unterschied ebenfalls entscheidend.

Produktivität darf nicht mit Arbeitsverdichtung verwechselt werden.

Ein Beschäftigter ist nicht automatisch produktiver, wenn er:

mehr Aufgaben gleichzeitig erhält, weniger Pausen macht, schneller arbeitet, oder ständig erreichbar ist.

Das kann kurzfristig mehr Output erzeugen.

Langfristig kann es aber Fehler, Stress, Krankenstände und Fluktuation erhöhen.

Nachhaltige Produktivität entsteht häufig anders.

Ein Mitarbeiter bekommt bessere Werkzeuge.

Informationen stehen schneller zur Verfügung.

Software übernimmt wiederkehrende Arbeit.

Maschinen übernehmen schwere oder monotone Tätigkeiten.

Prozesse werden klarer.

Entscheidungswege werden kürzer.

Dann entsteht mehr Leistung, ohne dass der Mensch selbst wie eine Maschine beschleunigt werden muss.

Das ist für die kommende Arbeitswelt besonders wichtig.

Deutschland wird in vielen Bereichen weniger verfügbare Fachkräfte haben.

Dann ergibt es wenig Sinn, hochqualifizierte Menschen mit Aufgaben zu beschäftigen, für die ihre eigentliche Kompetenz gar nicht benötigt wird.

Eine Pflegekraft sollte möglichst wenig Zeit mit unnötiger Dokumentation verbringen.

Ein Ingenieur sollte keine Stunden mit der Suche nach technischen Unterlagen verlieren.

Ein Handwerker sollte nicht abends dieselben Kundendaten erneut übertragen müssen.

Ein Arzt sollte nicht für einfache Verwaltungsabläufe gebunden werden.

Der wirtschaftliche Hebel liegt deshalb oft nicht bei mehr Arbeitszeit.

Er liegt darin, Arbeitszeit von unnötiger Arbeit zu befreien.

Auswirkungen auf Kommunen und Staat

Auch der Staat besitzt ein Produktivitätsproblem.

Wenn ein Verwaltungsprozess fünf Bearbeitungsschritte besitzt, obwohl drei genügen würden, entstehen Kosten.

Wenn Daten mehrfach eingegeben werden müssen, entsteht Aufwand.

Wenn ein Unternehmen monatelang auf einen einfachen Verwaltungsakt wartet, verliert nicht nur die Behörde Zeit.

Auch das Unternehmen verliert Produktivität.

Deshalb besitzt Verwaltungsdigitalisierung einen wirtschaftlichen Effekt weit über die Verwaltung selbst hinaus.

Schnellere:

Genehmigungen, Anträge, Unternehmensgründungen, Bauverfahren, Förderverfahren, oder Registerabfragen können Investitionen beschleunigen.

Ein produktiver Staat kann deshalb selbst zum Wettbewerbsvorteil eines Standorts werden.

Neutrale Einordnung

Chancen & Risiken

Potenziale und mögliche Zielkonflikte werden bewusst nebeneinandergestellt.

Chancen

Technologie kann den demografischen Druck abfedern

Wenn weniger Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten, muss jede verfügbare Arbeitskraft sinnvoller eingesetzt werden.

Automatisierung kann einfache Routineaufgaben übernehmen.

KI kann Informationen vorbereiten.

Software kann Prozesse koordinieren.

Robotik kann körperlich belastende Tätigkeiten reduzieren.

Das bedeutet nicht, dass Technologie sämtliche fehlenden Arbeitskräfte ersetzen kann.

Aber sie kann verhindern, dass wertvolle Arbeitszeit für vermeidbare Aufgaben verloren geht.

Digitalisierung kann vorhandenes Wissen skalieren

Ein erfahrener Mitarbeiter kann immer nur an einem Ort gleichzeitig sein.

Sein Wissen kann aber digital dokumentiert und anderen Beschäftigten zugänglich gemacht werden.

Digitale Wissensplattformen oder KI-Assistenten können beispielsweise technische Informationen, Anleitungen und Erfahrungswerte schneller auffindbar machen.

Dadurch kann die Erfahrung einzelner Beschäftigter einer größeren Organisation zur Verfügung stehen.

Mittelstand besitzt erhebliches Potenzial

Gerade im deutschen Mittelstand liegt ein großer Produktivitätshebel.

Viele Unternehmen verfügen über hervorragendes Branchenwissen, arbeiten aber teilweise noch mit heterogenen Softwarelandschaften, manuellen Übergaben oder wenig vernetzten Daten.

Gleichzeitig verlieren die Digitalisierungsaktivitäten derzeit an Schwung.

Nach dem KfW-Digitalisierungsbericht haben zuletzt nur rund 30 Prozent der Mittelständler Digitalisierungsprojekte durchgeführt. Die Ausgaben gingen ebenfalls zurück, während die digitale Kluft zwischen großen und kleinen Mittelständlern bestehen bleibt.

Das ist problematisch.

Denn gerade jetzt könnte Digitalisierung helfen, Kosten- und Fachkräftedruck zu reduzieren.

Produktivität kann höhere Einkommen ermöglichen

Langfristige reale Lohnsteigerungen benötigen wirtschaftliche Grundlage.

Wenn ein Beschäftigter dauerhaft mehr Wert pro Arbeitsstunde erzeugt, besitzt ein Unternehmen größeren Spielraum für:

höhere Löhne, Investitionen, Gewinne, oder niedrigere Preise.

Produktivitätswachstum ist deshalb nicht nur ein Unternehmensinteresse.

Es ist eine wichtige Grundlage für steigenden Wohlstand.

Arbeit kann menschlicher werden

Produktivität wird häufig als kalter wirtschaftlicher Begriff wahrgenommen, doch sie kann auch Lebensqualität verbessern.

Wenn Technologie monotone Tätigkeiten übernimmt, können Menschen stärker:

beraten, gestalten, entscheiden, reparieren, entwickeln, oder Beziehungen pflegen.

Die richtige Automatisierung kann deshalb nicht nur wirtschaftlicher sein.

Sie kann Arbeit sinnvoller machen.

Risiken

Produktivität darf nicht zur Arbeitsverdichtung werden

Es wäre ein Fehler, Produktivität einfach mit höherem Druck gleichzusetzen.

Wenn ein Unternehmen seine Produktivitätsziele nur dadurch erreicht, dass weniger Beschäftigte dieselbe Arbeit schneller erledigen müssen, kann kurzfristig die Kennzahl steigen.

Langfristig können jedoch:

Überlastung, Fehler, Krankheit, Fluktuation und Qualitätsprobleme zunehmen.

Technischer Fortschritt sollte deshalb Prozesse verbessern, nicht nur Menschen stärker belasten.

Die digitale Kluft kann größer werden

KfW und ZEW zeigen einen wichtigen Effekt:

Bereits stärker digitalisierte Unternehmen profitieren besonders stark von zusätzlichen Digitalinvestitionen.

Das bedeutet gleichzeitig:

Unternehmen, die heute zurückliegen, könnten morgen noch stärker zurückliegen.

Wer bereits Datenstrukturen, digitale Prozesse und Kompetenzen aufgebaut hat, kann KI schneller integrieren.

Wer dagegen noch mit isolierten Excel-Dateien, Papierprozessen und inkompatiblen Systemen arbeitet, muss zunächst Grundlagen schaffen.

Damit kann Digitalisierung wirtschaftliche Unterschiede zwischen Unternehmen verstärken.

Technologieinvestitionen können falsch eingesetzt werden

Eine neue Software erhöht nicht automatisch Produktivität.

Auch KI erhöht nicht automatisch Produktivität.

Wenn Unternehmen schlechte Prozesse einfach digitalisieren, entsteht möglicherweise nur ein digitaler schlechter Prozess.

Deshalb sollte die Reihenfolge lauten:

Problem verstehen. Prozess vereinfachen. Daten prüfen. Dann Technologie einsetzen.

Nicht umgekehrt.

Produktivität kann Arbeitsplätze verändern

Wenn Unternehmen mit weniger menschlicher Arbeitszeit dieselbe Leistung erzeugen können, verändern sich Tätigkeiten.

Bestimmte Aufgaben können verschwinden.

Andere entstehen neu.

Deshalb muss Produktivitätssteigerung mit Weiterbildung verbunden werden.

Der wirtschaftliche Gewinn einer Technologie sollte nicht isoliert vom Übergang der betroffenen Beschäftigten betrachtet werden.

Deutschland könnte zu langsam investieren

Die vielleicht größte Gefahr besteht nicht darin, dass Digitalisierung nicht funktioniert, sondern darin, dass andere Länder schneller produktiver werden.

Produktivität ist relativ.

Ein deutsches Unternehmen kann sich verbessern.

Wenn ein internationaler Wettbewerber sich doppelt so schnell verbessert, verliert das deutsche Unternehmen trotzdem Wettbewerbsfähigkeit.

Genau deshalb ist die zuletzt schwächere Digitalisierungstätigkeit des Mittelstands ein Warnsignal.

Perspektivenwechsel

Die deutsche Arbeitsdebatte kreist häufig um eine einfache Frage:

Arbeiten wir genug?

Vielleicht ist das die falsche erste Frage.

Die bessere Frage könnte lauten:

Was passiert eigentlich innerhalb unserer Arbeitszeit?

Wie viel Zeit verbringen Menschen mit echter Wertschöpfung?

Und wie viel Zeit geht verloren durch:

Warten? Suchen? unnötige Abstimmungen? Doppelerfassung? Schlechte Software? Unübersichtliche Prozesse? Maschinenausfälle? Bürokratie?

Ein Beschäftigter, der acht Stunden im Unternehmen ist, erzeugt nicht automatisch acht Stunden produktive Leistung.

Eine Stunde Besprechung ohne Ergebnis ist Arbeitszeit, aber kaum Wertschöpfung.

Eine halbe Stunde Suche nach einem Dokument ist Arbeitszeit, aber keine zusätzliche Produktion.

Eine manuelle Übertragung von Daten aus einem System in ein anderes ist Arbeit, aber ein Computer könnte sie möglicherweise in Sekunden erledigen.

Deshalb müssen wir unterscheiden zwischen:

mehr arbeiten

und

mehr leisten können.

Das ist nicht dasselbe.

Historischer technischer Fortschritt funktionierte fast immer nach diesem Prinzip.

Die Dampfmaschine erhöhte nicht die Muskelkraft des Arbeiters. Sie stellte zusätzliche Kraft bereit.

Elektrische Maschinen ließen Beschäftigte nicht schneller laufen. Sie machten Produktion effizienter.

Computer machten Menschen nicht besser im Kopfrechnen. Sie übernahmen Berechnungen.

Die digitale Transformation setzt diesen Weg fort.

Die nächste Produktivitätsrevolution entsteht nicht dadurch, dass Menschen immer schneller arbeiten. Sie entsteht dadurch, dass wir immer weniger menschliche Zeit für Aufgaben verschwenden, die Technik besser erledigen kann.

Was wir wissen

Im ersten Quartal 2026 sank die Erwerbstätigenzahl in Deutschland gegenüber dem Vorjahresquartal um 157.000 Personen beziehungsweise 0,3 Prozent.

Die durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen stieg gleichzeitig um 0,3 Prozent, während das gesamte Arbeitsvolumen unverändert blieb.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigenstunde erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 Prozent.

KfW Research und ZEW Mannheim finden einen positiven Zusammenhang zwischen dem Bestand an digitalem Kapital eines Unternehmens und seiner Produktivität. Bereits stärker digitalisierte Unternehmen profitieren überdurchschnittlich von weiteren Digitalinvestitionen.

Gleichzeitig haben die Digitalisierungsaktivitäten im Mittelstand zuletzt nachgelassen. Rund 30 Prozent der Mittelständler führten zuletzt Digitalisierungsprojekte durch; die Digitalausgaben entwickelten sich rückläufig.

Was noch unklar ist

Ein Produktivitätsanstieg von 0,5 Prozent in einem einzelnen Quartalsvergleich ist noch kein Beleg für eine langfristige Trendwende.

Produktivitätszahlen schwanken mit Konjunktur, Branchenstruktur, Beschäftigung und Arbeitsvolumen.

Auch lässt sich nicht jede Produktivitätssteigerung unmittelbar einer einzelnen Technologie zurechnen.

Digitalisierung, bessere Maschinen, organisatorische Veränderungen, Qualifikation und konjunkturelle Verschiebungen wirken zusammen.

Unklar ist außerdem, wie stark generative KI und andere neue KI-Systeme die gesamtwirtschaftliche Produktivität langfristig erhöhen werden.

Einige Unternehmen melden bereits erhebliche Zeiteinsparungen in einzelnen Tätigkeiten.

Ob daraus ein großer gesamtwirtschaftlicher Produktivitätsschub entsteht, hängt jedoch davon ab, wie breit die Technologien tatsächlich eingesetzt werden.

Was als Nächstes wichtig wird

Deutschland sollte die Produktivitätsdebatte stärker in den Mittelpunkt seiner Wachstumsstrategie stellen.

Nicht als Forderung nach immer höherem Arbeitstempo, sondern als systematische Suche nach Verschwendung.

Unternehmen könnten beispielsweise untersuchen:

Welche Tätigkeiten werden doppelt ausgeführt?

Wo warten Mitarbeiter regelmäßig?

Welche Informationen werden ständig gesucht?

Welche Prozesse könnten automatisiert werden?

Wo entstehen Maschinenstillstände?

Welche Software ist nicht miteinander verbunden?

Welche Meetings produzieren tatsächlich Entscheidungen?

Welche Fachkräfte erledigen Tätigkeiten, die andere Systeme übernehmen könnten?

Und wo fehlt Beschäftigten moderne Technik?

Auch der Staat sollte Produktivität stärker messen.

Nicht nur daran, wie viele Mitarbeiter eine Behörde beschäftigt.

Sondern daran:

Wie schnell wird ein Vorgang abgeschlossen?

Wie oft müssen Bürger oder Unternehmen dieselben Daten eingeben?

Wie viele Schritte benötigt eine Genehmigung?

Wie viel menschliche Bearbeitung ist tatsächlich notwendig?

Deutschland benötigt dafür nicht zwingend weniger Menschen.

Es benötigt bessere Systeme für die Menschen, die arbeiten.

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Einordnung von ROQ News

Deutschland wird seinen Wohlstand langfristig nicht allein dadurch sichern können, dass jeder einfach mehr arbeitet.

Mehr Erwerbsbeteiligung kann helfen.

Zuwanderung kann helfen.

Längere Arbeitszeiten können in bestimmten Situationen ebenfalls eine Rolle spielen, doch bei einer alternden Bevölkerung besitzt eine andere Größe enorme Bedeutung:

Wie viel wirtschaftlicher Wert entsteht aus einer Stunde menschlicher Arbeit?

Genau dort liegen Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz.

Nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeuge.

Eine Maschine, die nicht ungeplant ausfällt, erhöht Produktivität.

Eine Software, die Daten nicht zweimal erfassen lässt, erhöht Produktivität.

Eine KI, die einem Facharbeiter innerhalb von Sekunden das richtige technische Dokument findet, erhöht Produktivität.

Eine digitale Verwaltung, die einen Antrag in Tagen statt Monaten bearbeitet, erhöht Produktivität.

Und ein Unternehmen, das seine Fachkräfte von unnötiger Routinearbeit befreit, erhöht Produktivität.

Der Aufschwung der kommenden Jahre wird deshalb nicht nur davon abhängen, wie lange wir arbeiten.

Er wird davon abhängen, wie intelligent wir Arbeit organisieren.

Die wichtigste wirtschaftliche Ressource Deutschlands ist nicht die zusätzliche Stunde. Es ist die Stunde, die wir bereits haben – und die Frage, wie viel wir aus ihr machen.

Autor

Michael Langner

Gründer & CEO von Cast Royal
Verantwortliche Redaktion

Michael Langner

Gründer & CEO von Cast Royal

Quellen

  1. Behörde · veröffentlicht 22.05.2026 · abgerufen 16.08.2026
  2. Erwerbstätigkeit im 1. Quartal 2026 gesunken – Statistisches Bundesamt
    Behörde · veröffentlicht 19.05.2026 · abgerufen 16.08.2026
  3. Unternehmen · abgerufen 16.08.2026
  4. Fachmedium · veröffentlicht 23.04.2026 · abgerufen 16.08.2026
  5. Behörde · veröffentlicht 23.04.2026 · abgerufen 23.04.2026
  6. Fachmedium · veröffentlicht 22.05.2026 · abgerufen 16.08.2026
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Redaktionell geprüft Stand: 17.08.2026
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