Blick in die Zukunft: KI im Maschinenbau, Teil 3

Thema: Blick in die Zukunft

Sieht die KI jeden Fehler? Kรผnstliche Intelligenz in der Qualitรคtskontrolle

Herzlich willkommen zu meinem neuen Blogbeitrag.

In einer modernen Produktion kรถnnen innerhalb kurzer Zeit Tausende Bauteile entstehen.

Jedes davon soll bestimmte MaรŸe einhalten, richtig verarbeitet sein und frei von gefรคhrlichen Fehlern bleiben.

Bei kleinen Stรผckzahlen kรถnnen Beschรคftigte viele Teile persรถnlich prรผfen.

In einer schnellen Serienproduktion wird eine vollstรคndige manuelle Kontrolle jedoch schwierig.

Menschen kรถnnen mรผde werden. Sehr kleine Abweichungen sind mรถglicherweise kaum sichtbar. Manche Fehler befinden sich an Stellen, die wรคhrend des Produktionsprozesses nur schwer erreichbar sind.

Kameras, Sensoren und kรผnstliche Intelligenz kรถnnen die Qualitรคtskontrolle unterstรผtzen.

Doch auch hier gilt:

Eine KI sieht nicht automatisch jeden Fehler.

Sie erkennt vor allem das, worauf sie vorbereitet wurde.

Wie eine KI Bauteile prรผft

Eine Kamera kann ein Produkt aus verschiedenen Blickwinkeln aufnehmen.

Ein KI-System untersucht anschlieรŸend Formen, Oberflรคchen, Farben oder Abmessungen.

Es kann beispielsweise erkennen, ob ein Bauteil beschรคdigt ist, eine Bohrung fehlt oder eine Oberflรคche ungewรถhnliche Merkmale besitzt.

Solche Systeme arbeiten oft schneller als eine rein manuelle Kontrolle. Sie kรถnnen auรŸerdem nach einheitlichen Kriterien prรผfen. Der gleiche Fehler wird nicht morgens anders bewertet als am Ende einer langen Schicht.

Das Fraunhofer IPT zรคhlt KI-gestรผtzte Qualitรคtskontrolle und adaptive Produktionssteuerung zu den wichtigen Anwendungsfeldern datengetriebener Produktion.

Kรผnstliche Intelligenz kann dabei nicht nur das fertige Produkt prรผfen.

Sie kann bereits wรคhrend der Herstellung Prozessdaten untersuchen.

Verรคndern sich Druck, Temperatur oder Geschwindigkeit, kann dies auf einen entstehenden Qualitรคtsfehler hindeuten.

Die Produktion kรถnnte dann mรถglicherweise angepasst werden, bevor eine groรŸe Menge fehlerhafter Teile entsteht.

Die KI benรถtigt Beispiele

Damit ein System Fehler erkennt, muss es lernen, wie ein gutes und ein fehlerhaftes Produkt aussehen.

Dafรผr werden Trainingsdaten benรถtigt.

Unternehmen mรผssen Bilder oder Messwerte sammeln und richtig kennzeichnen.

Genau darin liegt eine der grรถรŸten Herausforderungen.

Bei einem hรคufigen Fehler existieren mรถglicherweise genรผgend Beispiele. Bei einem seltenen, aber gefรคhrlichen Defekt kann es dagegen nur wenige Daten geben.

Das System kรถnnte dann Schwierigkeiten haben, diesen Fehler zuverlรคssig zu erkennen.

AuรŸerdem kรถnnen sich Produkte und Produktionsbedingungen verรคndern.

Ein anderes Material, eine neue Beleuchtung oder eine verรคnderte Oberflรคche kann dazu fรผhren, dass ein bisher funktionierendes Modell schlechter arbeitet.

KI-Modelle mรผssen deshalb regelmรครŸig geprรผft und mรถglicherweise neu trainiert werden.

Ein fehlerfreies Bauteil kann fรคlschlich aussortiert werden

Eine Qualitรคts-KI kann zwei grundsรคtzliche Fehler machen.

Sie kann einen tatsรคchlichen Mangel รผbersehen. Oder sie kann ein einwandfreies Produkt fรคlschlicherweise als fehlerhaft bewerten.

Beides verursacht Probleme.

Ein รผbersehener Defekt kann zu Reklamationen, Schรคden oder Sicherheitsrisiken fรผhren.

Eine unnรถtige Aussortierung verschwendet dagegen Material, Energie und Arbeitszeit.

Unternehmen mรผssen deshalb festlegen, wie empfindlich ein System reagieren soll.

Bei einem sicherheitsrelevanten Bauteil kann es sinnvoll sein, bereits bei kleinen Unsicherheiten eine zusรคtzliche menschliche Prรผfung auszulรถsen.

Bei einem optischen Produktmerkmal kรถnnen andere Grenzen gelten.

Eine KI trifft diese Entscheidung nicht selbststรคndig.

Menschen definieren die Anforderungen und tragen die Verantwortung fรผr das Prรผfsystem.

Der Mensch wird vom Prรผfer zum Entscheider

In einer klassischen Kontrolle betrachtet ein Beschรคftigter mรถglicherweise jedes einzelne Bauteil.

Mit einem KI-System verรคndert sich diese Aufgabe.

Die Maschine kann einen groรŸen Teil der Standardprรผfung รผbernehmen.

Der Mensch konzentriert sich stรคrker auf unsichere Fรคlle, neue Fehlerbilder und die Ursachenanalyse.

Das kann die Arbeit anspruchsvoller machen.

Beschรคftigte benรถtigen nicht nur Wissen รผber das Produkt.

Sie mรผssen auรŸerdem verstehen, wie das Prรผfsystem arbeitet, wann Ergebnisse zweifelhaft sind und wie Fehler dokumentiert werden.

Die KI nimmt dem Menschen einen Teil der Beobachtung ab.

Sie รผbernimmt aber nicht automatisch das technische Urteil.

Qualitรคt kann bereits wรคhrend der Entwicklung verbessert werden

Kรผnstliche Intelligenz und digitale Zwillinge kรถnnen auch eingesetzt werden, bevor ein Produkt in groรŸer Stรผckzahl gefertigt wird.

Ein digitaler Zwilling bildet eine Maschine, einen Prozess oder ein Produkt virtuell ab.

Unternehmen kรถnnen unterschiedliche Einstellungen simulieren und untersuchen, wie sie sich auf Qualitรคt, Energieverbrauch oder VerschleiรŸ auswirken.

Fraunhofer-Institute beschreiben digitale Zwillinge als virtuelle Abbilder realer Maschinen und Anlagen, die Prozess- und Qualitรคtsoptimierung sowie die frรผhere Erkennung von Problemen unterstรผtzen kรถnnen.

Dadurch kann Qualitรคt stรคrker in den gesamten Produktionsprozess eingebaut werden.

Sie wird nicht erst am Ende kontrolliert.

Das Ziel besteht darin, Fehler mรถglichst gar nicht entstehen zu lassen.

Die Gefahr des blinden Vertrauens

Ein automatisches Prรผfsystem kann รผber lange Zeit zuverlรคssig arbeiten, gerade dadurch entsteht ein neues Risiko. Menschen kรถnnten beginnen, den Ergebnissen blind zu vertrauen.

Doch Kameras kรถnnen verschmutzen. Sensoren kรถnnen sich verschieben. Software kann fehlerhafte Updates erhalten. Ein neues Produkt kann anders aussehen als die bisherigen Trainingsdaten.

Deshalb benรถtigt auch eine KI-Kontrolle regelmรครŸige Kontrollen.

Unternehmen mรผssen prรผfen, ob das System weiterhin korrekt arbeitet.

Es braucht dokumentierte Verantwortlichkeiten, Testverfahren und eine Mรถglichkeit, Entscheidungen nachzuvollziehen.

Eine Qualitรคtskontrolle wird nicht automatisch sicherer, nur weil kรผnstliche Intelligenz eingesetzt wird.

Sie wird sicherer, wenn die Technologie richtig entwickelt, รผberwacht und verstanden wird.


Der Perspektivwechsel

Kรผnstliche Intelligenz kann die Qualitรคt industrieller Produkte verbessern.

Sie kann groรŸe Mengen prรผfen, kleine Abweichungen erkennen und Prozesse frรผher anpassen.

Doch sie ersetzt nicht die Definition von Qualitรคt.

Menschen entscheiden, welche Fehler relevant sind, welche Grenzen gelten und wann ein Produkt sicher verwendet werden kann.

Die Zukunft der Qualitรคtskontrolle besteht deshalb nicht darin, dass der Mensch nichts mehr prรผfen muss.

Sie besteht darin, dass Mensch und Maschine unterschiedliche Stรคrken verbinden.

Die KI erkennt Muster.

Der Mensch versteht ihre Bedeutung.

Wer die Zukunft verstehen mรถchte, muss lernen, Verรคnderungen frรผhzeitig zu erkennen und neue Kompetenzen aufzubauen.

Genau dabei mรถchte Cast Royal Menschen begleiten.

Bis zum nรคchsten Beitrag, dein Michael Langner von Cast Royal, 18.09.2026

Michael Langner
Verfasst von

Michael Langner

Performance mit Kรถpfchen

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