Kinder nehmen das mit, was wir ihnen zeigen… Warum wir Unternehmergeist viel früher fördern sollten

Thema: Blick in die Zukunft

Herzlich willkommen zu meinem neuen Blogbeitrag.

Mein Name ist Michael Langner von Cast Royal und heute möchte ich über ein Thema sprechen, das mir besonders am Herzen liegt: Wie wir mit den Fähigkeiten, Ideen und dem Potenzial unserer Kinder umgehen.

Vor Kurzem habe ich diesen kleinen Selbstbedienungsladen entdeckt. Ein einfacher Holzverschlag, ein Kühlschrank und ein liebevoll gestaltetes Schild mit der Aufschrift „Landlust-Laden von Leni, Lorenz und Hannes“.

Vielleicht steckt dahinter ein gemeinsames Familienprojekt. Vielleicht haben die Kinder selbst einen großen Teil dazu beigetragen. Die genauen Hintergründe kenne ich nicht.

Aber dieses Bild zeigt etwas, worüber wir viel häufiger sprechen sollten.

Kinder können früh lernen, wie aus einer Idee etwas entsteht, das für andere Menschen einen Wert besitzt.

Und genau solche Erfahrungen brauchen wir.

Kinder sind Kinder… aber sie sind nicht unfähig

Ich habe in meinem früheren privaten Umfeld häufig eine Einstellung erlebt, die mich bis heute beschäftigt.

„Kinder müssen doch noch nichts über Business wissen. Das sind schließlich Kinder.“

Natürlich sind es Kinder!

Niemand verlangt, dass ein Zehnjähriger einen Businessplan schreibt, eine Bilanz erstellt oder wirtschaftliche Verantwortung wie ein Erwachsener übernimmt.

Aber warum sollten Kinder nicht verstehen dürfen, wie ein Unternehmen funktioniert?

Warum sollten sie nicht lernen, wie Preise entstehen, was ein Kunde ist, warum Menschen für Produkte bezahlen oder weshalb man mit Geld verantwortungsvoll umgehen sollte?

Das sind keine Themen, die ausschließlich Erwachsenen vorbehalten sein müssen.

Wir können sie spielerisch vermitteln.

Ein kleiner Verkaufsstand, ein selbst gebautes Produkt oder ein gemeinsames Projekt können Kindern bereits zeigen, wie Planung, Kreativität, Verantwortung und Zusammenarbeit funktionieren.

Es geht nicht darum, Kinder zu Unternehmern zu machen. Es geht darum, ihnen Möglichkeiten zu zeigen, die sie sonst vielleicht nie kennenlernen würden.

Wir geben die Richtung vor

Kinder orientieren sich stark an ihrer Umgebung.

Wenn sie erleben, dass Erwachsene neugierig sind, Neues ausprobieren, Probleme lösen und Verantwortung übernehmen, können sie genau diese Verhaltensweisen kennenlernen.

Wenn wir ihnen dagegen ständig vermitteln, dass bestimmte Dinge zu schwierig, zu gefährlich oder einfach nichts für sie seien, nehmen wir ihnen möglicherweise Erfahrungen, bevor sie diese überhaupt machen konnten.

Natürlich müssen wir Kinder schützen und altersgerecht begleiten, aber Schutz sollte nicht bedeuten, jede Herausforderung aus ihrem Leben zu entfernen.

Ein Kind darf ausprobieren, Fehler machen und erkennen, dass nicht jede Idee sofort funktioniert.

Gerade daraus entstehen Selbstvertrauen und Problemlösungskompetenz.

Wir sollten Kindern nicht nur erklären, wie die Welt funktioniert. Wir sollten ihnen auch zeigen, dass sie diese Welt mitgestalten können.

Was bieten wir jungen Menschen eigentlich als Perspektive?

In den vergangenen Tagen wurde über Aufrufe zu einer sogenannten „Purge“ am 31. Oktober 2026 gesprochen, bei der Gewalt und Regelüberschreitungen zum vermeintlichen Ereignis gemacht werden sollen.

Solche Aufrufe dürfen wir nicht verharmlosen.

Aber unabhängig davon, wie viele Jugendliche sich tatsächlich daran beteiligen würden, sollten wir uns eine grundsätzlichere Frage stellen:

Welche Möglichkeiten bieten wir jungen Menschen, ihre Energie, Kreativität und ihren Wunsch nach Anerkennung sinnvoll einzusetzen?

Natürlich interessieren sich Jugendliche für Unterhaltung, Trends und soziale Medien. Das ist vollkommen normal und nicht automatisch ein gesellschaftliches Problem.

Problematisch wird es dort, wo destruktive Aktionen attraktiver erscheinen als die Möglichkeit, selbst etwas aufzubauen.

Vielleicht sollten wir deshalb nicht ausschließlich darüber diskutieren, was Jugendliche alles nicht tun sollen.

Vielleicht sollten wir ihnen häufiger zeigen, was sie tatsächlich tun können.

Ein eigenes Projekt entwickeln, etwas programmieren, ein Produkt gestalten, Musik produzieren, handwerklich arbeiten, forschen oder eine kleine Geschäftsidee ausprobieren.

Nicht jedes Kind muss Unternehmer werden, aber jedes Kind sollte die Chance erhalten, seine Fähigkeiten zu entdecken.

Wirtschaftliche Bildung beginnt nicht erst mit 18

Wir diskutieren in Deutschland ständig über fehlende Gründer, Fachkräftemangel, Innovation und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit.

Gleichzeitig behandeln wir wirtschaftliche Bildung teilweise so, als würde sie erst mit dem ersten Arbeitsvertrag beginnen.

Dabei kann ein Kind bereits früh verstehen, dass hinter jedem Produkt Menschen, Ideen, Arbeit und Ressourcen stehen.

Es kann lernen, dass Geld nicht einfach entsteht, sondern mit wirtschaftlichen Leistungen und Entscheidungen verbunden ist.

Und es kann erfahren, dass man gemeinsam mit anderen etwas erschaffen kann, das vorher nicht existiert hat.

Das sind Erfahrungen, die weit über Unternehmertum hinausgehen.

Sie fördern Eigenständigkeit, Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und den Umgang mit Herausforderungen.

Genau diese Fähigkeiten benötigen wir später auch in Unternehmen, Forschungseinrichtungen, im Handwerk und in vielen anderen Lebensbereichen.

Genau deshalb beschäftigen wir uns bei Cast Royal auch mit Kindern und Jugendlichen

Mit unserem geplanten ROQ Innovations-Navi möchten wir genau an diesem Gedanken ansetzen.

Wir wollen Kindern, Jugendlichen und Familien Möglichkeiten aufzeigen, Talente zu entdecken, Wissen zu erwerben und regionale Bildungs- und Innovationsangebote kennenzulernen.

Dabei soll es nicht darum gehen, noch eine weitere Unterhaltungsplattform aufzubauen.

Wir möchten Orientierung schaffen.

Denn vielleicht weiß ein Kind heute noch gar nicht, dass es sich für Robotik begeistert, gerne programmiert, handwerklich begabt ist oder später einmal ein eigenes Unternehmen gründen möchte.

Wie soll es das auch wissen, wenn ihm niemand diese Möglichkeiten zeigt?

Und genau deshalb dürfen solche Angebote nicht ausschließlich Familien vorbehalten bleiben, die über viel Geld oder die richtigen Kontakte verfügen.

Talent hängt nicht vom Portemonnaie der Eltern ab. Aber die Möglichkeiten, Talent zu entdecken und zu fördern, leider häufig schon.

Daran möchten wir etwas verändern.

Wir unterschätzen unsere Kinder

Wenn ich diesen kleinen Landlust-Laden sehe, denke ich nicht zuerst an Umsatz oder Gewinn.

Ich denke daran, welche Erfahrungen Kinder durch solche Projekte sammeln können.

Sie erleben, dass Ideen Wirklichkeit werden können. Dass Produkte einen Wert besitzen. Dass Menschen Vertrauen entgegenbringen und dass hinter einem kleinen Laden viele unterschiedliche Aufgaben stecken.

Ob die Kinder später Unternehmer, Wissenschaftler, Handwerker oder etwas vollkommen anderes werden, spielt dabei keine Rolle.

Die Erfahrungen können ihnen trotzdem erhalten bleiben, denn wir müssen Kindern nicht ihre Zukunft vorschreiben, aber wir sollten ihnen mehr davon zeigen.

Deutschland und Europa brauchen Menschen, die neugierig bleiben, Verantwortung übernehmen und bereit sind, Neues zu erschaffen.

Diesen Geist können wir nicht erst dann fördern, wenn jemand erwachsen geworden ist.

Er beginnt dort, wo wir Kindern zutrauen, eigene Ideen zu entwickeln und ihre Welt besser zu verstehen.

Vielleicht sollten wir deshalb weniger fragen:

„Sind Kinder dafür nicht noch zu jung?“

Und stattdessen häufiger:

„Wie können wir ihnen das so zeigen, dass sie selbst Freude daran entwickeln?“

Denn Kinder nehmen vieles von dem mit, was wir ihnen vorleben und wir Erwachsenen entscheiden mit, welche Möglichkeiten sie überhaupt kennenlernen.

Bis zum nächsten Beitrag.

Dein Michael Langner von Cast Royal, 23.10.2026

Michael Langner
Verfasst von

Michael Langner

Performance mit Köpfchen

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